Passer au contenu principal Passer à la recherche Passer à la navigation principale
N'hésitez pas à nous contacter via notre service client: 07626 974 9700.

Levofloxacin C30 bei Sehnenrissen

Narayana Verlag 31/01/2020
Actualités
- minutes

Levofloxacin C30 bei Sehnenrissen  

Spezifische „Nebenwirkungen“ als homöopathische Indikation – Teil 2
Hier geht es zu Teil 1

Von Ulrich Welte

 

Wiederholte Schwellungen und Einrisse der Achilles- und Patellarsehne bei früherer Autoimmunerkrankung -

„Fortgeschrittene Ansatztendinopathie mit Haglundexostose“

Zur Vorgeschichte: Eine sportliche Frau in den besten Jahren, dunkelhaarig, straff, energisch und zielgerichtet. Sie hatte früher bei einer Auto­immunkrankheit der Schilddrüse einen guten Erfolg mit Samarium muriaticum (Lanthanide sind bei Autoimmunkrankheiten angezeigt, und hier war es das Lanthanid im Stadium 8: eilig, ungeduldig, gespannt; weiß was sie will und ärgert sich über unnötige Verzö­gerungen ihrer knapp bemessenen Zeit, vor allem durch inkompetente Langweiler; häufiger Herpes wies auf muriaticum hin). [1] Nach dem Studium hatte sie die Welt kennengelernt und war auch mal als Kontaktperson bei einem Club für Vergnügungsreisen tätig. Schon als Jugendliche hatte sie oft Schmerzen in beiden Achillessehnen, und Monate vor der Gabe von Samarium war der Ansatz der rechten Achillessehne geschwollen. Mit Samarium muriaticum in aufsteigenden LM-Potenzen konnte sie damals den Schilddrüsenblocker Thiamazol absetzen und es ging ihr auch allgemein deutlich besser. Später half ihr das Mittel in Kombination mit Rhus tox auch bei hohem Blutdruck, als sie eine große Veranstaltung mit mehreren Hundert Teilnehmern organisierte.

Jahre später hatte sie einen Riss der Patellarsehne rechts, die operativ versorgt wurde. Auch eine Meniskusoperation hatte sie damals machen lassen, nachdem schon vor 30 Jahren nach einem Sportunfall ein Kreuzbandriss operativ versorgt wurde und immer noch Beschwerden im Knie bestanden. Ein halbes Jahr nach der Patellarsehnen-Op tat ihr auch die Achillessehne links wieder weh, am Ansatzpunkt an der Ferse, mit chronischer Anschwellung. Verschiedene Therapien konnten nicht viel ausrichten, die Sehnenbeschwerden gingen weiter. Eine Kernspin­tomographie zeigte, dass 25% der Sehne bereits gerissen sei (in Mikrorissen, die sich zu 25% der Sehne aufsummieren); Diag­nose ‚fortgeschrittene Ansatztendinopathie mit Haglundexostose‘. So stimmte sie der operativen Behandlung zu: der aufgetriebene knöcherne Ansatz der Sehne (Haglundexostose) wurde abgetragen und die Achillessehne neu fixiert.

So vergehen 5 Monate, die Op sei doch gut verlaufen, doch ‚nichts geht voran‘, das rechte Knie tut weh, die Achillessehne rechts schmerzt bei jedem Schritt. Seit einem Jahr passe nichts zusammen, obwohl im Umfeld alles stimmt und keinerlei Grund für die Beschwerden erkennbar ist.

 

Analyse und Verlauf: Ich hatte kurz vorher (Spätherbst 2019) einen Artikel im Arzneitelegramm gelesen, der mir die Nebenwirkungen von Levofloxacin wieder ins Gedächtnis rief und ich dachte, dass dieses Mittel doch bei Sehnenrissen und vor allem bei Beschwerden am Sehnenansatz gut sein müsse und überlegte, wer mir dazu in dem Sinn kam, und dachte an sie. Ein weiterer Gedanke war, dass ihre Vergangenheit als Animateurin zu dem Fluoranteil[2] der Fluorchinolone (zu der Gruppe von Antibiotika gehört Levofloxacin) passen würde. Unaufgefordert kam sie dann mit den genannten Beschwerden in die Praxis, und so kam eins zum anderen. Levofloxacin C30 half. Ich empfahl es einmal pro Woche, was ihr gar nicht gefiel. Es musste doch endlich was gehen. Aber es half trotzdem, auch wenn es jetzt die Physiotherapie war, die endlich griff, nachdem vorher monate­lang nichts ging. Bereits nach 2 Monaten konnte sie wieder 3 Stunden lang stramm wandern, endlich. Das Mittel hatte sie vergessen und nicht mehr genommen. Doch einen Monat später kamen die Beschwerden wieder. Also erneute Gabe von Levofloxacin C30, diesmal aber zuerst im Plussing­verfahren[3] eine Woche lang, und dann täglich weiter einzunehmen. Bereits nach 2 Tagen merkte sie die Wirkung, denn sowohl die Patellarsehne als auch die Achillessehne waren am Sehnenansatz treppab weniger schmerzhaft: das war der Härtetest, denn da tat es immer besonders weh, das war eine klare Erstwirkung, die auch zeigte, dass das Mittel speziell an den Sehnenansatz­punkten greift. Der Fall ist noch frisch, doch wegen der eindeutigen Erst- und der wiederholten Wirkung nach Absetzen soll er hier als Anregung dienen. Vermutlich wird im weiteren Verlauf auch Samarium wieder nötig sein, doch dann wird es als Samarium fluoratum gegeben. Wir werden sehen.

Das Mittel ist im Großhandel (DHU) nicht erhältlich, doch man kann es im Internet beziehen z.B. bei Apodil.de und Remedia.at   

 


[1] Siehe ‚Geheime Lanthanide‘ von Jan Scholten, Narayana Verlag 2006, S. 217ff.

[2] Zum homöopathischen Bild von Fluor siehe Teil 1 des Artikels. Vermutlich ist die Beziehung zu den Sehnenansätzen sogar typisch für Fluor, weil nur die Fluorchinolone diese „Nebenwirkung“ zeigen.

[3] Das Plussingverfahren wurde von Ramakrishnan eingeführt und ist hilfreich nicht nur in chronischen, sondern auch in akuten Fällen, wenn man rasch beurteilen will ob das Mittel richtig liegt. Inzwischen wird es von vielen Therapeuten zu Beginn einer Behandlung eingesetzt. https://www.narayana-verlag.de/spektrum-homoeopathie/dr-a-u-ramakrishnan

Wir geben folgende Anweisung für die erste Woche mit: Eine leere 0,7 Liter Glasflasche mit 0,5 Liter Leitungswasser auffüllen und die (mitgegebene Anzahl) Globuli darin auflösen. Flasche über den 1. Tag verteilt trinken, 1cm Rest in der Flasche belassen. Am 2. Tag mit ½ l frischem Wasser auffüllen, kräftig 20 Mal verschütteln und über den Tag wieder fast leertrinken. Den kleinen Rest am 3. Tag erneut verdünnen, schütteln und diesmal vollständig leeren. Dann 4 Tage ohne Arznei.

 

Foto: Shutterstock_754068814, Copyright: BigBlueStudio

Spezifische „Nebenwirkungen“ als homöopathische Indikation – Teil 2