
Abbildung 1: Im Frühjahr und Sommer leiden viele Menschen unter Heuschnupfen. Geeignete Maßnahmen und Hausmittel können zur Prävention und Linderung der Symptome beitragen.
Sobald im Frühling die Natur wieder erwacht, haben viele Pollenallergiker mit Heuschnupfen zu kämpfen. Durch eine Überreaktion des Immunsystems kommt es zu lästigen Symptomen wie juckenden und tränenden Augen, starkem Niesreiz oder Fließschnupfen. Die gute Nachricht: Dagegen können Sie etwas tun! In diesem Blogartikel erfahren Sie nicht nur, was die Pollenallergie ausmacht, sondern erhalten auch 10 hilfreiche Tipps, um Heuschnupfen-Symptome natürlich zu lindern und einer starken Pollenbelastung vorzubeugen.
Was ist Heuschnupfen und wie entsteht er?
Der Frühlingsbeginn ist für die meisten Menschen ein Grund zur Freude: Nach den langen Wintermonaten wird es endlich wieder wärmer und es beginnt überall zu blühen. Wer an Heuschnupfen leidet, blickt dem Frühjahr jedoch meist nicht nur mit Vorfreude entgegen. Herumfliegende Pollen können eine Überreaktion des Immunsystems auslösen, bei der dieses sich mit der Bildung von Antikörpern gegen eigentlich harmlose Pflanzeneiweiße zur Wehr setzt. Besonders häufig werden solche allergischen Reaktionen durch bestimmte Bäume (z.B. Birke, Hasel, Erle und Buche), Süßgräser, Getreide (z.B. Roggen, Weizen, Gerste) oder Kräuter (z.B. Sauerampfer, Beifuß) ausgelöst.
Im medizinischen Kontext bezeichnet man die umgangssprachlich als Heuschnupfen bekannte Pollenallergie als allergische Rhinitis. Wird diese nicht behandelt, kann sich langfristig ein allergisches Asthma entwickeln. Schätzungen zufolge leiden etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland unter einer Pollenallergie. Die Ausprägung der saisonalen Allergie kann individuell stark variieren. Bei einigen Personen reichen bereits wenige Pollenkörner aus, um eine starke allergische Reaktion auszulösen. Zigarettenrauch, Staub oder Luftschadstoffe können den Heuschnupfen verschlimmern.
Typische Symptome der Pollenallergie
Eine Pollenallergie geht häufig mit einer ganzen Reihe von Symptomen einher, die die Lebensqualität mitunter stark einschränken. Vor allem die Augen, die Atemwege und das allgemeine Wohlbefinden sind betroffen. Zu den typischen Heuschnupfen-Symptomen zählen:
- juckende, brennende und tränende Augen
- Rötung und Schwellung der Augenlider
- verstopfte Nase
- Niesreiz
- Hustenreiz
- Fließschnupfen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Kopfschmerzen
Von Nasenduschen bis zum richtigen Lüften: 10 natürliche Tipps bei Heuschnupfen

Abbildung 2: Natürliche Methoden zur Vorbeugung und Behandlung der Pollenallergie sind oft mindestens ebenso wirksam wie herkömmliche Heuschnupfen-Medikamente.
Wenn Sie an einer Pollenallergie leiden, lohnt es sich, spätestens zum Start der Pollensaison einige Maßnahmen zu treffen. Um lästige Heuschnupfen-Symptome zu vermeiden beziehungsweise gering zu halten, sollten Sie den Allergenen, auf die Sie reagieren, möglichst aus dem Weg gehen. Medikamente wie Antihistaminika werden häufig nicht gut vertragen und können eine sedierende, das heißt müde machende Wirkung haben.[1] Dahingegen wirken naturheilkundliche Mittel in der Regel sanfter und gehen seltener mit Nebenwirkungen einher. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige bewährte Strategien vor, mit denen Sie einer Pollenallergie vorbeugen und deren Symptome natürlich behandeln können.
1. Pollenflugkalender
Menschen mit einer Pollenallergie sollten sich während der Saison regelmäßig über die aktuelle Pollenbelastung informieren. So können unter anderem Alltagsaktivitäten im Freien zeitlich besser eingeplant werden. Bestimmte Internetseiten oder Pollen-Apps, die den Pollenflug-Gefahrenindex anzeigen, sind gute Informationsquellen. Generell gilt, dass der Pollenflug bei warmer, trockener Witterung und Wind am stärksten ist. Meist ist die Pollenbelastung tagsüber zwischen 12 und 18 Uhr besonders hoch. Auch vor Urlaubsreisen sollten Allergiker einen Blick in den Pollenflugkalender ihres Reiseziels werfen und nach Möglichkeit bevorzugt in pollenarme Regionen reisen.
2. Richtiges Lüften und Saugen
Damit so wenige Pollen wie möglich in Ihre eigenen vier Wände gelangen, sollten Sie möglichst nur zu Zeiten mit geringer Pollenbelastung stoßweise lüften. Je nachdem, wo Sie leben, bieten sich dafür andere Zeiträume an. In der Stadt ist ein frühmorgendliches Lüften zwischen 6 und 8 Uhr meist die beste Option, während auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr gelüftet werden sollte. Zusätzlich können Sie Pollenschutzgitter an den Fenstern anbringen, die bis zu 90 Prozent der Pollen aus der Luft filtern und so die Pollenbelastung in Innenräumen reduzieren.
Zu den weiteren empfehlenswerten Maßnahmen, die dazu beitragen, Pollen aus der Wohnung fernzuhalten, zählen ein tägliches feuchtes Wischen der Böden und Staubsaugen mit einem speziellen Filter. Sogenannte HEPA-Filter sind für Allergiker ideal, da sie nicht nur nahezu alle Pollen, Milben und Feinstaubpartikel fangen, sondern auch das Aufwirbeln von Pollen verhindern und insgesamt zu einer Verbesserung der Luftqualität beitragen. Vor allem Teppiche, Polstermöbel und Matratzen sollten regelmäßig abgesaugt werden, da sich hier besonders viele Pollen festsetzen.
3. Nasenduschen
Um Pollen und Schleim aus der Nase zu spülen, bietet sich eine Nasendusche an. Hierzu können Sie beispielsweise eine Salzlösung, bestehend aus einem Teelöffel Meersalz und 500 Milliliter lauwarmem Wasser, verwenden. Setzen Sie die Nasendusche an, indem Sie den Kopf leicht nach vorne beugen und zur Seite neigen. Lassen Sie die Flüssigkeit dann in das obere Nasenloch einfließen und aus dem anderen Nasenloch wieder herauslaufen. Danach sanft schnäuzen und den Vorgang auf der anderen Seite wiederholen. In der Pollensaison darf die Nasendusche gerne zwei Mal täglich (am besten morgens und abends) angewendet werden.
4. Augenkompressen
Über tränende, juckende oder entzündete Augen klagen viele Personen, die von Heuschnupfen betroffen sind. Ein bewährtes Hausmittel, das rasch Abhilfe schafft, sind Augenkompressen. Für die einfachste Variante können Sie einen mit kühlem Wasser getränkten Lappen über die gereizte Augenpartie legen. Alternativ bietet sich eine Kompresse mit Augentrostkraut an. Übergießen Sie für die Anwendung zunächst einen Teelöffel getrocknetes Augentrostkraut mit etwa 150 Milliliter heißem Wasser. Nach einer zehnminütigen Ziehzeit sollten Sie das Ganze durch ein sauberes Tuch oder einen Kaffeefilter abseihen und auf eine angenehme Temperatur abkühlen lassen. Danach können Sie ein Tuch in den Tee tunken und dieses für zehn bis fünfzehn Minuten auf die geschlossenen Augenlider legen.
5. Pollenfreie Nachtruhe
Während der Pollenflugzeiten haben Allergiker häufig mit Schlafproblemen zu kämpfen. Um belastende Allergiesymptome in der Nacht zu vermeiden, sollten Personen mit Heuschnupfen ihre Haare vor dem Schlafengehen waschen. So werden Pollen entfernt, die sich tagsüber möglicherweise in den Haaren verfangen haben. Außerdem kann es sinnvoll sein, Kleidung, die am Tag im Freien getragen wurde, bereits vor dem Betreten des Schlafzimmers abzulegen.
6. Entzündungshemmende Ernährung
Eine Ernährungsweise, die Entzündungen im Körper reduziert, kann dazu beitragen, das Immunsystem nach einer überschießenden Immunreaktion auf Pollen wieder zu regulieren. Auch präventiv ist es sinnvoll, reichlich entzündungshemmende Lebensmittel in den eigenen Speiseplan zu integrieren. Dabei sollte vor allem auf eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien und Vitamin C geachtet werden. Letzteres gilt als ein natürliches Antihistaminikum, das unter anderem in Brokkoli, roter Paprika, Zitrusfrüchten, Holunderbeeren, Spinat oder Petersilie enthalten ist. In einer Studie mit koreanischen Schulkindern zeigte sich, dass eine erhöhte Vitamin C-Aufnahme über die Ernährung die Häufigkeit von Heuschnupfen-Symptomen reduzieren kann.[2]
Außerdem ist es ratsam, bei Heuschnupfen auf eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren (z.B. Leinöl, fetter Fisch wie Lachs und Makrele, Walnüsse) zu achten, da auch diese potenziell entzündungshemmend und immunausgleichend wirken. Polyphenole und Quercetin aus Zwiebeln, Äpfeln oder grünem Tee können die Histaminfreisetzung blockieren und auf diese Weise bei Heuschnupfen lindernd wirken. Zu einer entzündungshemmenden Ernährung gehören außerdem Ballaststoffe, da diese das Darmmikrobiom und damit auch das Immunsystem stärken. Reichlich Ballaststoffe finden sich beispielsweise in Gemüsesorten wie Zwiebeln, Knoblauch und Artischocken sowie in Hülsenfrüchten, Lein- und Chiasamen oder Haferflocken.
Vermeiden sollten Sie im Rahmen einer entzündungshemmenden Ernährung vor allem Zucker sowie hochverarbeitete Lebensmittel. Auch auf frittierte Speisen, die ungesunde Transfette enthalten, sowie auf einen übermäßigen Alkoholkonsum sollten Sie verzichten.
7. Honig und Ingwer
Dass ausgerechnet Honig bei einer Pollenenergie helfen soll, mag zunächst überraschen. Halten sich die Bienen, die den Honig herstellen, schließlich nicht ständig in der Nähe diverser Pollen auf? Tatsächlich vermuten viele Forschende, dass der regelmäßige Verzehr von Honig ähnliche Effekte haben könnte wie eine Immuntherapie. Da die Allergene in Honig nur in niedriger Dosierung vorhanden sind, kann sich der Körper schrittweise daran gewöhnen, ohne dass es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems kommt. Um diese Hypothese zu bestätigen, sind jedoch weitere, groß angelegte klinische Studien notwendig. Abgesehen von seiner potenziell immunmodulierenden Wirkung hat Honig auch antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, die gereizte Schleimhäute beruhigen und den Heilungsprozess insgesamt unterstützen können.[3]
Auch Ingwer gilt als ein wahrer Tausendsassa unter den natürlichen Heilmitteln. Neben seiner entzündungshemmenden Wirkung scheinen bestimmte Gingerole in Ingwer imstande zu sein, die Produktion sogenannter T-Zellen zu unterdrücken. Diese sind häufig an der Entstehung allergischer Reaktionen beteiligt.[4]
8. Dampfbäder
Ähnlich wie Nasenduschen können Dampfbäder verstopfte Nasen befreien, die Schleimhäute befeuchten und Pollen aus den Atemwegen spülen. Bei einer klassischen Inhalation mit Wasserdampf werden zudem die Atemwege erwärmt, was dazu beitragen kann, Schwellungen zu reduzieren und das Atmen zu erleichtern. Um mit Wasserdampf zu inhalieren, geben Sie zunächst einen Liter heißes Wasser in eine Schüssel. Legen Sie sich anschließend ein Handtuch über den Kopf und inhalieren Sie für etwa zehn Minuten. Atmen Sie währenddessen tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Bei Bedarf und abhängig von Ihren persönlichen Vorlieben können Sie dem Wasser natürliche Zusätze wie Kamille, Thymian, Meersalz oder ätherische Öle hinzufügen.
9. Akupunktur
In der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird Akupunktur eingesetzt, um den Energiefluss („Qi“) im Körper zu harmonisieren und dadurch sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden zu lindern. Viele Menschen mit Heuschnupfen berichten davon, dass die Behandlung mit den feinen Nadeln Ihnen dabei geholfen hat, Symptome wie Niesreiz, Juckreiz oder eine verstopfte Nase zu lindern. Durch Studien konnte diese These bis dato jedoch noch nicht ausreichend belegt werden. Eine Metaanalyse des American Journal of Rhinology & Allergy kommt allerdings zu dem Schluss, dass sich Akupunktur tatsächlich als alternative und sichere Behandlungsmethode bei einer Pollenallergie eignet.[5]
10. Die Kraft der Öle
In der Naturheilkunde werden hochwertige Öle schon lange zu Heilzwecken eingesetzt. Ölen wie Lavendel-, Sandelholz- oder Ylang Ylang-Öl wird eine entspannende und nervenberuhigende Wirkung nachgesagt. Bei Heuschnupfen hat sich aufgrund seiner antiasthmatischen und antiallergischen Wirkung vor allem Schwarzkümmelöl bewährt. In einer Studie erhielten Rhinitis-Patienten über sechs Wochen entweder Schwarzkümmelöl oder gewöhnliches Öl in Form von Nasentropfen. Nach der Studienlaufzeit waren ganze 92 Prozent der Patienten der Schwarzkümmelölgruppe beschwerdefrei, während dies in der Kontrollgruppe nur bei 30 Prozent der Probanden der Fall war.[6]
Disclaimer
Dieser Artikel ersetzt nicht die Behandlung durch einen qualifizierten Therapeuten. Die Grundlage dieses Beitrags bilden Studien und aktuelle Literatur. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden. Besprechen Sie ggf. Ihre Inspirationen aus diesem Artikel mit einem Therapeuten Ihres Vertrauens
Biografisches
Katharina Korbach schreibt für den Narayana Verlag regelmäßig Blogbeiträge über Heilpflanzen und natürliche Wirkstoffe. Schon früh begann sie, sich für Sprache zu interessieren und eigene literarische Texte zu verfassen. Eine schwere Erkrankung während ihrer Abiturzeit veranlasste eine intensive Beschäftigung mit Gesundheits- und Ernährungsthemen, die bis heute anhält. Nach dem wiederholten Scheitern schulmedizinischer Behandlungsmethoden entschied sie sich für einen selbstwirksameren, naturheilkundlichen Therapieansatz. Eine pflanzenbasierte Ernährung war ein wesentlicher Schlüssel auf ihrem Heilungsweg.
Katharina studierte Kulturwissenschaften (B.A.) und Angewandte Literaturwissenschaft (M.A.). 2022 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Sperling“ im Berlin Verlag. Heute lebt sie als freie Autorin, medizinische Redakteurin und Dozentin in Berlin. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Freunden oder beim Barre-Training. Außerdem liebt sie es, zu reisen und neue vegane Rezepte auszuprobieren.
[1] Li L, Liu R, Peng C, Chen X, Li J. Pharmacogenomics for the efficacy and side effects of antihistamines. Exp Dermatol. 2022 Jul. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35538735/.
[2] Seo JH, Kwon SO, Lee SY, Kim HY, Kwon JW, Kim BJ, Yu J, Kim HB, Kim WK, Jang GC, Song DJ, Shim JY, Oh SY, Hong SJ. Association of antioxidants with allergic rhinitis in children from seoul. Allergy Asthma Immunol Res. 2013 Mar. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23450181/.
[3] Asha'ari ZA, Ahmad MZ, Jihan WS, Che CM, Leman I. Ingestion of honey improves the symptoms of allergic rhinitis: evidence from a randomized placebo-controlled trial in the East coast of Peninsular Malaysia. Ann Saudi Med. 2013 Sep-Oct. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6074882/.
[4] Kawamoto Y, Ueno Y, Nakahashi E, Obayashi M, Sugihara K, Qiao S, Iida M, Kumasaka MY, Yajima I, Goto Y, Ohgami N, Kato M, Takeda K. Prevention of allergic rhinitis by ginger and the molecular basis of immunosuppression by 6-gingerol through T cell inactivation. J Nutr Biochem. 2016 Jan. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26403321/.
[5] Feng S, Han M, Fan Y, Yang G, Liao Z, Liao W, Li H. Acupuncture for the treatment of allergic rhinitis: a systematic review and meta-analysis. Am J Rhinol Allergy. 2015 Jan-Feb. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25590322/.
[6] Alsamarai AM, Abdulsatar M, Ahmed Alobaidi AH. Evaluation of topical black seed oil in the treatment of allergic rhinitis. Antiinflamm Antiallergy Agents Med Chem. 2014 Mar. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23855426/.
Abbildung 1: krstrbrt/shutterstock.com ; Abbildung 2: Olesia Bech/shutterstock.com
27.03.2025