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Hashimoto: Die Schilddrüsenentzündung einfach erklärt

Actualités

Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsenerkrankungen

Abbildung 1: Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine der häufigsten Schilddrüsenerkrankungen. Im Krankheitsverlauf kommt es zu einer schleichenden Zerstörung der Schilddrüse.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Erkrankung der Schilddrüse, bei der das körpereigene Immunsystem die Schilddrüse angreift. Dadurch wird die Funktion des Organs nach und nach beeinträchtigt, was häufig in eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) übergeht. In diesem Blogartikel möchten wir Ihnen verständlich und kompakt erklären, was Hashimoto im Kern auszeichnet: Wie entsteht die Erkrankung, was passiert dabei im Körper, welche Symptome sind typisch – und stimmt es wirklich, dass Hashimoto unheilbar ist? Abschließend geben wir Ihnen sieben praxisnahe Tipps, die Betroffene dabei unterstützen können, ihre Beschwerden ganzheitlich zu lindern und den Alltag mit der Erkrankung besser zu bewältigen.

Hashimoto-Thyreoiditis: Was zeichnet die Autoimmunerkrankung aus?

Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion bei Frauen

Abbildung 2: Hashimoto betrifft deutlich mehr Frauen als Männer. Langfristig führt die Autoimmunerkrankung meist zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Die Hashimoto-Thyreoiditis (kurz: Hashimoto) gilt als Volkskrankheit – doch rund drei Viertel der Betroffenen wissen gar nicht, dass sie an der Schilddrüsenerkrankung leiden. Wie beispielsweise bei Typ-1-Diabetes oder Zöliakie handelt es sich auch bei Hashimoto um eine Autoimmunerkrankung. Schätzungsweise sind mehr als zehn Prozent der deutschen Bevölkerung im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Bei Frauen tritt die Erkrankung etwa drei- bis viermal so häufig auf wie bei Männern. Weltweit liegt die Prävalenz bei rund 7,5 Prozent.1

Benannt wurde die Schilddrüsenerkrankung nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (1881-1934), der sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals beschrieb. Im Kern handelt es sich um eine fehlgeleitete Immunreaktion: Das körpereigene Abwehrsystem greift die Schilddrüse an, was zu chronischen Entzündungen führt. In der Folge wird das Schilddrüsengewebe nach und nach zerstört, sodass die Hormonproduktion langfristig abnimmt.

Typisch für Hashimoto ist ein schubweiser Verlauf. Zu Beginn kann es in einzelnen Phasen sogar zu Symptomen einer Überfunktion kommen, da durch die Entzündung kurzfristig vermehrt Schilddrüsenhormone freigesetzt werden. Langfristig jedoch verliert die Schilddrüse zunehmend ihre Leistungsfähigkeit und es entwickelt sich meist eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). In den meisten Fällen wird eine lebenslange Therapie mit Schilddrüsenhormonen (z.B. in Tablettenform) angeordnet, um den Hormonhaushalt auszugleichen.

Typische körperliche und psychische Symptome von Hashimoto

Die Beschwerden, die mit einer Hashimoto-Thyreoiditis einhergehen, ähneln häufig jenen einer Hypothyreose. Insbesondere zu Beginn der Erkrankung können die Symptome jedoch stark variieren. Durch den schubweisen Verlauf treten möglicherweise temporär sogar typische Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion auf, bevor langfristig die Unterfunktion dominiert. Charakteristisch ist außerdem, dass viele Beschwerden unspezifisch sind und daher leicht übersehen oder anderen Ursachen zugeschrieben werden. Bleibt Hashimoto unbehandelt, kann sich langfristig das Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen erhöhen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das Metabolische Syndrom, Typ-2-Diabetes-Typ, Leber- und Nierenerkrankungen, Osteoporose und Demenz.2

Zu den häufigsten körperlichen Anzeichen für Hashimoto zählen:

  • ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • trockene Haut und brüchige Nägel
  • Gewichtszunahme trotz normaler Kalorienzufuhr
  • Verstopfung
  • Haarausfall oder dünner werdendes Haar
  • aufgedunsenes Gesicht

Auch die psychische Gesundheit und der Hormonhaushalt können bei der Hashimoto-Thyreoiditis betroffen sein. Häufige Symptome sind:

  • Konzentrationsprobleme („Brain Fog“)
  • depressive Verstimmung
  • verminderte Libido
  • unregelmäßige oder starke Menstruation
  • ausbleibende Periode

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Genetische Faktoren und Auslöser bei Hashimoto

Abbildung 3: Obwohl die genetische Disposition bei der Entstehung von Hashimoto eine entscheidende Rolle spielt, kommt es meist erst durch die Kombination mehrerer Faktoren zum Krankheitsausbruch.

Wie genau die Hashimoto-Thyreoiditis entsteht, ist bis heute nicht vollständig erklärt. Eine genetische Veranlagung gilt als wichtige Voraussetzung dafür, dass es zu einer Autoimmunerkrankung wie Hashimoto kommen kann. Man geht jedoch davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken müssen, damit die Krankheit bei entsprechend veranlagten Personen tatsächlich ausbricht. Neben diesen grundlegenden Ursachen können bestimmte Einflüsse Krankheitsschübe begünstigen oder verstärken. Im Folgenden werden die wichtigsten auslösenden und verstärkenden Faktoren bei Hashimoto jeweils kurz vorgestellt.

1. Genetische Veranlagung

Bestimmte genetische Voraussetzungen können das Risiko erhöhen, eine Autoimmunerkrankung zu entwickeln. Vor allem sogenannte HLA-Gene sowie bestimmte immunregulierende Gene (z.B.CTLA-4, PTPN22) können eine Fehlreaktion des Immunsystems begünstigen. Eine koreanische Studie kam zu dem Ergebnis, dass Menschen mit einem betroffenen Verwandten ersten Grades ein etwa 6,5-fach höheres Risiko haben, selbst an Hashimoto zu erkranken.3 Allerdings führt diese genetische Disposition allein nicht zwangsläufig zur Entstehung der Erkrankung. So heben die Autoren einer Review zum aktuellen Wissensstand rund um Hashimoto hervor, dass es sich um eine komplexe und multifaktorielle Autoimmunerkrankung handelt, die in der Regel erst durch ein Zusammenspiel aus genetischen und immunologischen Faktoren sowie Umwelteinflüssen entsteht.4

2. Chronischer Stress

Viele Hashimoto-Betroffene berichten, dass sich Symptome oder Krankheitsschübe in besonders belastenden Lebensphasen verstärken. Wenngleich ein direkter Zusammenhang zwischen Stress und Autoimmunerkrankungen nicht eindeutig bewiesen ist, kann Stress den Ausbruch und Verlauf von Hashimoto maßgeblich beeinflussen.5 Dies ist auch wenig verwunderlich, da insbesondere chronischer Stress sich auf den gesamten Organismus auswirkt. Vor allem das Stresshormon Cortisol kann bei dauerhaft erhöhtem Spiegel entzündliche Prozesse im Körper fördern. Zu den möglichen Folgen zählen unter anderem eine Schwächung des Immunsystems und des Darmmikrobioms – zwei Aspekte, die allein bereits oft ausreichen, um eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto auszulösen.

3. Nährstoffmängel

Ob auch Nährstoffdefizite zur Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis beitragen können, wird in der Fachwelt zunehmend diskutiert. So weiß man etwa, dass ein Jodmangel eine Schilddrüsenunterfunktion begünstigen kann – wobei Studien zufolge auch ein Jodüberschuss das Risiko, an Hashimoto zu erkranken, potenziell erhöht.6 Genauso steht ein Vitamin D-Mangel im Verdacht, die Erkrankung zu fördern. Der Vitalstoff gilt als Cofaktor für die Verwertung von Jod. Bei Hashimoto-Betroffenen sind die Vitamin D-Spiegel häufig auffallend niedrig. In einer Studie wurde ein signifikanter Rückgang von TPO-Antikörpern bei Hashimoto-Patienten durch die Einnahme von 1.2000 bis 4.000 IE Vitamin D über vier Monate festgestellt.7

4. Hormonelle Veränderungen

Auch hormonelle Veränderungen, wie sie etwa in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten, können das Immunsystem beeinflussen. Das könnte auch erklären, weshalb Frauen deutlich häufiger von Hashimoto betroffen sind als Männer. Auch der abrupte Hormonwechsel nach dem Einnahmebeginn oder dem Absetzen der Antibabypille wird als potenzieller Trigger diskutiert.

5. Leaky Gut und Infektionen

Als sogenanntes „Leaky Gut-Syndrom“ wird eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut bezeichnet. Dieser durchlässige Darm sorgt dafür, dass vermehrt Fremdstoffe in den Blutkreislauf gelangen und die Abwehrkräfte aktivieren. Stuft das Immunsystem bestimmte, eigentlich harmlose Stoffe fälschlicherweise als „Feind“ ein, kann eine Autoimmunerkrankung die Folge sein. Genauso stehen bestimmte Virusinfektionen oder bakterielle Infektionen im Verdacht, autoimmune Prozesse auszulösen oder zu verstärken. Sie können das Immunsystem „fehlprogrammieren“, sodass es körpereigenes Gewebe angreift. Wenngleich die genauen Zusammenhänge noch nicht vollständig erforscht sind, gelten Infektionen als möglicher Auslöser für den Beginn oder Schübe einer Hashimoto-Thyreoiditis.

Wie wird Hashimoto diagnostiziert?

Die Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis gestaltet sich häufig schwierig und kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Ein Grund dafür ist der oft wechselhafte Verlauf der Erkrankung: Phasen mit Überfunktion (Hyperthyreose) können sich mit Phasen der Unterfunktion (Hypothyreose) abwechseln, was die eindeutige Zuordnung der Symptome erschwert. Zudem werden Beschwerden bei Frauen ab etwa 35 Jahren nicht selten fälschlicherweise als Anzeichen der Wechseljahre interpretiert.

Besteht der Verdacht auf Hashimoto, wird in der Regel eine Kombination aus Blutuntersuchungen, einer Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse sowie der Bewertung der klinischen Symptome durchgeführt. Im Blut werden neben den Schilddrüsenhormonen (TSH, fT3 und fT4) auch spezifische Autoantikörper bestimmt, insbesondere TPO-Antikörper (TPO-AK) und Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK). Erhöhte TPO-Antikörper gelten als wichtiger Hinweis auf eine Autoimmunreaktion. Allerdings ist ihre Aussagekraft beschränkt: Die Antikörperwerte können beispielsweise in hormonellen Umbruchphasen erhöht sein, ohne dass eine Hashimoto-Erkrankung vorliegt. Umgekehrt können bei bestehender Erkrankung zeitweise keine Antikörper nachweisbar sein. Daher reicht der alleinige Antikörpernachweis für eine sichere Diagnose nicht aus.

Ergänzend liefert die Ultraschalluntersuchung entscheidende Hinweise. Typische Befunde sind ein inhomogenes Schilddrüsengewebe, eine Verkleinerung des Organs oder Anzeichen einer chronischen Entzündung. Darüber hinaus fließen auch individuelle Beschwerden wie Müdigkeit oder Haarausfall, der zeitliche Verlauf der Symptome sowie eine mögliche familiäre Vorbelastung in die ärztliche Beurteilung ein. Erst das Zusammenspiel all dieser Faktoren ermöglicht eine fundierte Diagnose.

Ist die Hashimoto-Thyreoiditis tatsächlich unheilbar?

Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand gilt die Hashimoto-Thyreoiditis als nicht heilbar. Der Grund ist, dass bislang keine ursächliche Therapie existiert, die die fehlgeleitete Immunreaktion dauerhaft stoppen oder rückgängig machen kann. Außerdem ist die durch die chronische Entzündung verursache Schädigung des Schilddrüsengewebes in der Regel irreversibel – einmal zerstörte Gewebeanteile können sich nicht wieder vollständig regenerieren.

Die klassische Schulmedizin fokussiert sich in erster Linie auf eine Linderung der Symptome. Der Standard ist eine Hormonersatztherapie mit Schilddrüsenhormonen, meist in Form von Levothyroxin (L-Thyroxin). Ziel dieser Therapie ist es, die fehlenden Hormone zu ersetzen und den TSH-Wert im Normalbereich zu stabilisieren. Eine wesentliche Herausforderung besteht darin, die individuell passende Dosierung zu finden: Eine zu niedrige Dosis kann dazu führen, dass die Beschwerden der Unterfunktion bestehen bleiben, während eine zu hohe Dosierung Symptome einer Überfunktion mit sich bringen kann. Geduld sowie regelmäßige ärztliche Kontrollen sind erforderlich, um eine optimale Einstellung zu finden.

Ein ganzheitlicherer Therapieansatz berücksichtigt neben einem Ausgleich des Hormonmangels auch weitere mögliche Einflussfaktoren wie Ernährung und Mikronährstoffe, Stressmanagement, Darmgesundheit und Maßnahmen zur Stabilisierung des Immunsystems. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hashimoto derzeit zwar nicht heilbar, aber in den meisten Fällen gut behandelbar ist. Mit einer individuell abgestimmten Therapie und einem bewusstem Umgang mit dem eigenen Körper können viele Betroffene ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen.

Die Ernährung als wichtiger Baustein der Hashimoto-Therapie

Antientzündliche Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis

Abbildung 4: Betroffenen einer Hashimoto-Thyreoiditis wird in der Regel eine antientzündliche Ernährungsweise sowie der Verzicht auf isolierte Kohlenhydrate und Zucker empfohlen.

Auch die Ernährung kann bei Hashimoto eine unterstützende Rolle spielen. Zwar können bestimmte Lebensmittel die Erkrankung nicht heilen, aber doch dazu beitragen, Entzündungsprozesse im Körper zu lindern, den Stoffwechsel zu stabilisieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Ein zentraler Ansatz ist in diesem Zusammenhang eine entzündungshemmende Ernährung. Frische und unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, gesunde Fette (z.B. aus Nüssen, Samen oder Fisch) sowie antioxidantienreiche Nahrung (z.B. Beeren) können helfen, stille Entzündungen im Körper zu reduzieren, die bei Autoimmunerkrankungen häufig eine Rolle spielen.

Ebenso wichtig ist eine ausreichende Proteinzufuhr, da Eiweiß für zahlreiche körperliche Prozesse benötigt wird – unter anderem auch für das Immunsystem, den Muskelstoffwechsel und die Hormonbalance. Ein weiteres häufig diskutiertes Thema im Kontext von Hashimoto ist Gluten. Einige Studien und Erfahrungsberichte von Hashimoto-Betroffenen legen nahe, dass der Verzicht auf Gluten den Antikörperspiegel senken, entzündliche Prozesse lindern und eine laktosefreie Ernährung zudem den TSH-Wert verbessern kann.8 Obwohl Jod grundsätzlich wichtig für die Schilddrüse ist, wird eine übermäßige Jodzufuhr bei Hashimoto eher kritisch gesehen. Daher kann es sinnvoll sein, jodreiche Lebensmittel (z.B. Algenprodukte) nur in Maßen zu konsumieren. Um die Blutzuckerwerte stabil zu halten, sollten stark verarbeitete Lebensmittel, isolierte Kohlenhydrate und Zucker in der Ernährung reduziert werden. Günstiger sind komplexe Kohlenhydrate (z.B. aus Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten), um Energie gleichmäßig bereitzustellen und Heißhunger zu vermeiden.

Von Stressmanagement bis Mikrobiompflege: 7 Tipps, um den Alltag mit Hashimoto zu meistern

Maßnahmen zur Linderung von Hashimoto-Symptomen

Abbildung 5: Obwohl Hashimoto als nicht heilbar gilt, gibt es doch einige Maßnahmen, mit denen Symptome gelindert und das Wohlbefinden im Alltag deutlich verbessert werden kann.

Typische Beschwerden der Hashimoto-Thyreoiditis wie anhaltende Müdigkeit oder depressive Verstimmungen können den Alltag deutlich beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, die Signale des eigenen Körpers wahrzunehmen und aktiv Maßnahmen zu ergreifen, die das Wohlbefinden fördern. Die folgenden Tipps können Betroffene dabei unterstützen, die eigene Lebensqualität zu verbessern und Beschwerden ganzheitlich zu lindern.

  • Schaffen Sie eine feste Alltagsstruktur: Unser Organismus profitiert von stabilen Routinen. Gerade bei hormonellen Ungleichgewichten, wie sie bei Hashimoto auftreten, reagiert der Körper besonders empfindlich auf Unregelmäßigkeiten. Ein strukturierter Tagesablauf mit festen Schlafens- und Essenszeiten kann helfen, den natürlichen Biorhythmus zu stabilisieren. Aufgrund hormoneller Schwankungen leiden viele Hashimoto-Betroffene unter Schlafproblemen, häufigem nächtlichem Erwachen oder insgesamt wenig erholsamem Schlaf. Eine gute Schlafhygiene kann hier unterstützend wirken. Dazu zählen unter anderem der Verzicht auf blaues Licht und schwere Mahlzeiten am Abend sowie eine ruhige, kühle Schlafumgebung. Diese Maßnahmen können die Schlafqualität spürbar verbessern.
  • Reduzieren Sie aktiv Stress: Chronischer Stress kann die Symptome einer Hashimoto verstärken und stille Entzündungen im Körper fördern. Bewährte Methoden des Stressmanagements wie Atemübungen, Meditation oder sanfte Bewegungsformen wie Yoga können helfen, das Nervensystem zu beruhigen und das innere Gleichgewicht zu stärken.
  • Bewegen Sie sich – aber im richtigen Maß: Die Wichtigkeit regelmäßiger körperlicher Aktivität ist bekannt. Auch bei Hashimoto kann Bewegung positiv wirken, wobei sie an das eigene Energielevel angepasst werden sollte. Moderate Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren oder leichtes Krafttraining sind oft besser geeignet als sehr intensive Workouts, die den Körper zusätzlich belasten können.
  • Meiden Sie probeweise Gluten, Laktose und Soja: Bei Hashimoto wird in der Regel eine ausgewogene und entzündungshemmende Ernährung empfohlen. Auf isolierte Kohlenhydrate (z.B. Weißmehl, weißer Reis, Haushaltszucker) sollte verzichtet werden, um Entzündungen nicht zu fördern und den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Zudem kann es sinnvoll sein, für einige Zeit entweder Gluten, Laktose oder Soja vom eigenen Speiseplan zu streichen. Wie der Körper darauf reagiert, ist individuell verschieden. Einige Hashimoto-Betroffene berichten jedoch, dass ein Verzicht die Symptome bei ihnen langfristig merklich verbessert hat.
  • Probieren Sie eine antientzündliche Paleo-Ernährung aus: Viele Menschen mit Hashimoto berichten, dass ihnen das sogenannte Autoimmunprotokoll (AIP) dabei geholfen hat, ihre Beschwerden zu lindern. Dabei handelt es sich um eine strenge Form der Paleo-Ernährung, bei der potenziell entzündungsfördernde und immunaktivierende Lebensmittel für einen bestimmten Zeitraum gemieden werden. Dazu zählen unter anderem Gluten und Getreideprodukte, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Zucker sowie stark verarbeitete Lebensmittel. Die Grundidee hinter dem AIP besteht darin, den Körper durch eine möglichst nährstoffreiche und antientzündliche Ernährung zu entlasten und das Immunsystem zu regulieren. Tatsächlich zeigen Studien, dass sowohl AIP als auch die Paleo-Ernährung bei Hashimoto-Betroffenen mit einer verbesserten Lebensqualität, einer Verringerung bestimmter Beschwerden sowie teilweise auch mit leichten Veränderungen der Schilddrüsenparameter einhergehen.9 Wenn Sie diese Ernährungsweise selbst ausprobieren möchten, kann Das Nährstoffdichte Autoimmun-Kochbuch von Mickey Trescott eine hilfreiche Inspiration sein. Die Autorin stellt darin zahlreiche antientzündliche und gleichzeitig nährstoffdichte Rezepte vor.
  • Stärken Sie gezielt Ihr Darmmikrobiom: Ist das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht geraten, kann dies chronische Entzündungen fördern und das Immunsystem aus der Balance bringen. Das wiederum verstärkt oftmals die Beschwerden bei Hashimoto-Thyreoiditis. Eine ballaststoffreiche Ernährungsweise, die reichlich präbiotische Lebensmittel enthält, fördert nützliche Darmbakterien. Probiotische Nahrungsmittel (z.B. Kefir, Sauerkraut, Kimchi) und Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Darmbarriere und können Autoimmunreaktionen positiv beeinflussen.
  • Optimieren Sie Ihre medizinische Betreuung: Eine gute ärztliche Betreuung ist bei Hashimoto entscheidend. Neben regelmäßigen Kontrollen der Schilddrüsenwerte sollte auch die Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen – etwa Jod, Selen, Vitamin D und B-Vitaminen – im Blick behalten und bei Bedarf überprüft werden. Auf Basis dessen kann eine individuell abgestimmte Therapie erfolgen, die darauf abzielt, eine Hypothyreose bestmöglich auszugleichen und Beschwerden nachhaltig zu lindern.

Disclaimer

Dieser Artikel ersetzt keine Behandlung durch einen qualifizierten Therapeuten. Die Grundlage dieses Beitrags bilden Studien und aktuelle Literatur. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden. Besprechen Sie ggf. Ihre Inspirationen aus diesem Artikel mit einem Therapeuten Ihres Vertrauens.

Biografisches

Katharina Korbach schreibt für den Narayana Verlag regelmäßig Blogbeiträge über Heilpflanzen und natürliche Wirkstoffe. Schon früh begann sie, sich für Sprache zu interessieren und eigene literarische Texte zu verfassen. Eine schwere Erkrankung während ihrer Abiturzeit veranlasste eine intensive Beschäftigung mit Gesundheits- und Ernährungsthemen, die bis heute anhält. Nach dem wiederholten Scheitern schulmedizinischer Behandlungsmethoden entschied sie sich für einen selbstwirksameren, naturheilkundlichen Therapieansatz. Eine pflanzenbasierte Ernährung war ein wesentlicher Schlüssel auf ihrem Heilungsweg.

Katharina studierte Kulturwissenschaften (B.A.) und Angewandte Literaturwissenschaft (M.A.). 2022 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Sperling“ im Berlin Verlag. Heute lebt sie als freie Autorin, medizinische Redakteurin und Dozentin in Berlin. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Freunden oder beim Barre-Training. Außerdem liebt sie es, zu reisen und neue vegane Rezepte auszuprobieren.


Quellen

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  2. Głowinska-Olszewska B, Borysewicz-Sańczyk H, Sawicka B, Klonowska B, Charemska D, Żelazowska-Rutkowska B, Bossowski A. Does Hashimoto's Thyroiditis Increase the Risk of Cardiovascular Disease in Young Type 1 Diabetic Patients? Front Endocrinol (Lausanne). 2020 Jul 24. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32793113/.
  3. Kim HJ, Kazmi SZ, Kang T, Sohn SY, Kim DS, Hann HJ, Ahn HS. Familial Risk of Hashimoto's Thyroiditis Among First-Degree Relatives: A Population-Based Study in Korea. Thyroid. 2021 Jul. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33514269/.
  4. Ralli M, Angeletti D, Fiore M, D'Aguanno V, Lambiase A, Artico M, de Vincentiis M, Greco A. Hashimoto's thyroiditis: An update on pathogenic mechanisms, diagnostic protocols, therapeutic strategies, and potential malignant transformation. Autoimmun Rev. 2020 Oct. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32805423/.
  5. Damian L, Ghiciuc CM, Dima-Cozma LC, Ungureanu MC, Cozma S, Patacchioli FR, Lupusoru CE. No definitive evidence for a connection between autoimmune thyroid diseases and stress in women. Neuro Endocrinol Lett. 2016 Jul. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27618605/.
  6. Ergür AT, Evliyaoğlu O, Şıklar Z, Bilir P, Öcal G, Berberoğlu M. Evaluation of thyroid functions with respect to iodine status and TRH test in chronic autoimmune thyroiditis. J Clin Res Pediatr Endocrinol. 2011. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21448329/.
  7. Mazokopakis EE, Papadomanolaki MG, Tsekouras KC, Evangelopoulos AD, Kotsiris DA, Tzortzinis AA. Is vitamin D related to pathogenesis and treatment of Hashimoto's thyroiditis? Hell J Nucl Med. 2015 Sep-Dec. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26637501/.
  8. Mikulska AA, Karaźniewicz-Łada M, Filipowicz D, Ruchała M, Główka FK. Metabolic Characteristics of Hashimoto's Thyroiditis Patients and the Role of Microelements and Diet in the Disease Management-An Overview. Int J Mol Sci. 2022 Jun 13. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35743024/.
  9. Ihnatowicz P, Gębski J, Drywień ME. Effects of Autoimmune Protocol (AIP) diet on changes in thyroid parameters in Hashimoto's disease. Ann Agric Environ Med. 2023 Sep 28. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37772528/.

Abbildung 1: NMK-Studio/shutterstock.com ; Abbildung 2: sebra/shutterstock.com ; Abbildung 3: Jo Panuwat D/shutterstock.com ; Abbildung 4: monticello/shutterstock.com ; Abbildung 5: Piotr Jablonski/shutterstock.com

21.05.2026

Katharina Korbach