Genius epidemicus - Spektrum Homöopathie 01/2021



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Genius epidemicus - Spektrum Homöopathie 01/2021

In der erfolgreichen Behandlung diverser Epidemien, von Scharlach und Grippe bis zur Cholera, kamen die alten Meister der Homöopathie meist mit einem oder wenigen Mitteln aus, deren Symptomenmuster dem Genius epidemicus der jeweiligen Seuche am besten entsprachen. Als sich SARS-CoV-2 vor mehr als einem Jahr von China aus über den Globus ausbreitete, vernetzten sich Homöopathen auf der ganzen Welt, um das Mittel zu finden, das den Genius epidemicus der neuen Krankheit repräsentiert. Wie wir heute wissen, gibt es nicht das eine Mittel, aber einen Pool an hilfreichen Arzneien, die zum Teil schon die alten Meister bei Epidemien eingesetzt haben. Neben bekannten Polychresten, wie Bryonia oder Phosphorus, kommen dabei auch seltene Mittel wie Adamas, Lobelia purpurascens, Ozon oder Carboneum dioxygenisatum zum Einsatz. Arzneien wie Abrotanum oder Radium bromatum wurden über die Pflanzentheorie oder das Periodensystem der Elemente ermittelt, und die Vertreter moderner methodischer Ansätze ließen sich auch von der Idee leiten, dass der Genius in Bezug zu globalen Krankheitsaspekten der Gesellschaft und des Planeten Erde stehen sollte.

In dieser Ausgabe von „SPEKTRUM“ berichten Homöopathen in bewegenden Zeitdokumenten aus den Hotspots der Pandemie in Norditalien, den USA, Russland, Südafrika, Spanien, Indien, Belgien und den Niederlanden. Die Einzelschicksale der Fallbeispiele lassen den ganzen Schrecken einer Krankheit erahnen, deren Erreger mittlerweile noch gefährlichere Mutanten heranbilden. Auch wenn bei einem so vielgestaltig verlaufenden Krankheitsbild eine Arzneiwirkung oftmals schwer einzuschätzen ist, belegt in vielen Beispielen ein rascher Umschwung mit nachhaltiger Besserung den Erfolg der homöopathischen Behandlung.

Dadurch lässt sich in den meisten Fällen das Ziel erreichen, ein Fortschreiten der Erkrankung mit der Notwendigkeit einer stationären Behandlung zu vermeiden. Auf diese Weise kann die Homöopathie da, wo sie in den ersten Stadien von Covid-19 eingesetzt wird, einen wichtigen Beitrag gegen den Therapienotstand in der Pandemie leisten. Das gilt auch für die Behandlung des häufigen Post-Covid-Syndroms und der psychischen Folgeerscheinungen der Pandemie wie Ängste, Paranoia, Depression, Überforderung und Burn-out.

 



Leseprobe
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Ulrich Welte: Zwischen Skylla und Charybdis
Scilla maritima als epidemisches Mittel in der Grippewelle 2015


Markus Kuntosch: Rückfall am fünften Tag
Gelsemium bei epidemischer Kopfgrippe


Stefanie Jahn: Pandemie mit Déjá-Vu
Spanische Grippe und Covid-19 – ein Vergleich


Rajan Sankaran und Kollegen: Locked down in der eigenen Welt
Camphora und homöopathische Ansätze bei Covid-19


Giuseppe Fagone: Vom Virus überrollt
Homöopathie in der italienischen Tragödie


Elisabeth Delago: Hilfe für die Alten
Lobelia purpurascens und eine Handvoll Mittel


Michael Takacs: Sensible Schnittstellen
Homöopathische Begleitbehandlung auf einer Corona-Station


Sally Williams: In der Armutsfall
Bryonia alba als wichtigste epidemische Arznei


Marina Braun und Petra Cunitz: In einem Kasten ohne Luft
COVID-19 in der chassidischen Gemeinde in Brooklyn


Natalya Dinat und Fiona Anderson: I can´t breathe
COVID-19 und die Homöopathie in Südafrika


Olga Fatula: Post-Covid und die zweite Welle
Artemisia abrotanum und Schlangenmittel im Fokus


Resie Moonen: Bankrott des Widerstands
Asteraceae, Stadium 15, Tuberkulinum und die Säuren


Hans Eberle und Friedrich Ritzer: Soziale Spaltung
Radium bromatum und die Systematik der Pandemie


Bob Blair: Hinter der Milchglaswand
Cryptococcus neoformans und das AIDS-Miasma


Petr Simeon Gajdoš: Wenn der Nebel sich nicht lichtet
Ozon, Pestinum und das Covid-19-Stigma


Jordi Vila i Alcalde: Erschöpftes Perpetuum mobile
Carboneum dioxygenisatum gegen die Krankheit unserer Zeit


Susanne Diez: Bedrohte Existenz
Coronaängste im Spiegel der systematischen Materia Medica


Wiet van Helmond: Morbus Lockdown
Ginkgo biloba und Fragaria vesca in der Risikogruppe der Alten


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