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Ich dachte, ich sei kein richtiger Mann: ein Fall von Gecko

 

von Doug Brown

 

Ein 51-jähriger geschiedener Unternehmensberater kam am 26. September 2008 zum ersten Mal zu mir.

Erstkonsultation:
Mein Hauptproblem ist etwas, das ich als Ängstlichkeit bezeichnen würde. Sie äußert sich in dem Gefühl, von Panik überwältigt zu werden.
Ich habe eine Zwangsstörung; aber ich nehme seit etwa einem Jahr keine Medikamente mehr.
Manchmal überkommt es mich ganz unerwartet. Es beginnt so: ein Gedanke kommt auf, z.B.: Ich mache mir Sorgen ums Geld (Geld ist mein großes Thema), oder ich denke über eine Auseinandersetzung mit meiner Ex-Frau nach.

Das Problem beginnt mich zu überwältigen, ich fühle eine Enge in der Brust, bin nervös und angespannt und bekomme Atemnot. Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf, oder ich bin morgens angespannt und ängstlich.
Vor ein paar Tagen hielt ich ein Referat vor einer Gruppe. Es handelte sich um eine vierstündige Sitzung über strategische Planung, deren Vorsitzender ich war, und es hieß: „Los - Sie sind dran!“ Ich blockierte total. Mir wurde schwindelig und ich war ganz benommen. Ich bekam Panik. Es war mehr als Angst, es war eine Panikattacke.
Es tritt nicht regelmäßig auf. Es gibt Zeiten, wo ich tagelang in Ordnung bin. Aber es gibt auch Zeiten, wo es mich anspringt und zu verschiedenen Zeiten des Tages überkommt.
Ich fühle mich oft leer und kaputt. Es kostet mich viel Kraft, meine Energie hoch zu halten und mich mit meinem Kram gut zu fühlen. Sobald mein Energielevel sinkt, schleicht sich die Angst ein. Zuerst lässt die Abwehr nach; wenn meine Energie dann noch weiter sinkt, bekomme ich Angst.
Ich habe kein großes sexuelles Verlangen. Wenn ich masturbiere, sind meine Erektionen ziemlich weich und halten nicht lange. Ich habe derzeit keine sexuelle Beziehung, und ich fürchte, wenn ich eine hätte, wäre ich nicht in der Lage, den Akt auszuführen und es wäre nicht besonders befriedigend. Ehrlich gesagt habe ich nie ein Kondom benutzt. Ich mag keine Kondome. Dann macht es mir keinen Spaß. Mein Dilemma ist, dass es sicherer wäre, Kondome zu benutzen, aber trotzdem glaube ich nicht, dass sie für mich das Richtige sind.

Erzählen Sie mir mehr über Ihre Panik und ihre Angstgefühle; was genau fühlen Sie? Beschreiben Sie alle Einzelheiten.
Ich spüre, wie es in meiner Brust eng wird. Die Welt verengt sich und wird ganz klein, es gibt nichts Schönes, keine anderen Sorgen, außer dem Problem, auf das ich gerade fixiert bin. Es ist hoffnungslos. Ich bin nicht in der Lage, diese Gedanken zu verdrängen und weiter zu machen.

Was sind das für Gedanken?
Das Wichtigste ist, dass ich fürchte, nicht genug Geld zu haben. Ich habe Angst, dass mir das Geld ausgeht oder ich nicht in den Ruhestand gehen kann. Ich könnte krank werden. Ich bin selbstständig, daher ist das ein wunder Punkt. Ich würde keinen Spaß mehr haben und nicht mehr in Urlaub fahren können. Ich muss immer im Hamsterrad laufen. Es entstehen immer neue Kosten. Das ist die Art von Gedanken, die in mir hochkommen. Andere Leute verdienen mehr als ich. Die Anderen können alles besser als ich. Solche Gedanken und Gefühle verfolgen mich.
Außer der Kurzatmigkeit habe ich ein Engegefühl in der Brust, es ist ein Gefühl, als müsste ich aus meiner Haut fahren, ich fühle mich in meiner eigenen Haut nicht wohl. Als ob ich umziehen müsste. Wenn ich im Bett liege, muss ich eigentlich gleich wieder aufstehen, um mich zu bewegen, um diese Energie abzubauen und die Anspannung zu lockern.

Weltverengung? Erzählen Sie mir mehr darüber!
Es ist, als hätte ich Scheuklappen auf. Ich bin so auf das Thema fixiert, das vor mir steht, dass ich nicht mehr ausgleichen und das, was gut läuft, nicht mehr erkennen kann. ‚Du hast eine erfolgreiche Praxis, verdienst viel Geld und hast keine Schulden; du kommst deinen Pflichten nach, hast ein schönes Haus, du bist in der Lage, dich um deine Sachen zu kümmern, es läuft doch alles gut.’ Wenn Sie es von außen sehen, sieht es wirklich verdammt gut aus. Es ist diese nagende Angst. Es ist etwas Irrationales. Ich meine, es gibt keinen Grund für meine Gefühle. Es ist nicht so wie: ‚Oh, du bist verschuldet und arbeitslos und kannst nicht für deinen Lebensunterhalt aufkommen’. Das ist es nicht!

Die Visionen und Bilder, dieses Gefühl, dass die Welt immer enger wird oder die Scheuklappen - wie empfinden Sie das?
Dunkel und klein. In meinem Gedächtnis blitzt etwas auf. Als ich jünger war, war ich klinisch depressiv. Ich war von meinem Bruder missbraucht worden, als ich 12 oder so war. Es war nur ein einziges Mal, aber es hatte enormen Einfluss auf mich. Es verwirrte mich und ich fühlte mich sehr verletzlich. Es hatte zur Folge, dass ich mich klein und unbedeutend fühlte, als ob ich nicht wirklich stark sei, ich hatte keinerlei Unterstützung. Und dann rastete ich aus und verging mich an einigen Kindern aus der Nachbarschaft, als ich 16 oder 17 war. Es hörte auf, als ich 21 war und mich auf einer Baustelle vor einem kleinen Mädchen entblößte, als ich malte. Dann sagte ich mir: „Das ist nicht richtig, das mache ich nicht mehr!“
Ich hatte eine Menge sexueller Phantasien, machte einiges mit Pornos und Voyeurismus, aber mir war nicht danach, das körperlich auszuleben.

Darum geht es bei meiner OCD(Zwangsstörung, Zwangsneurose). Ich war Sex gesteuert, und es war schrecklich; ich hatte schlimme Gedanken, es an Kindern auszuagieren oder Vergewaltigungsphantasien, die sehr verstörend wirkten. Durch Therapie und medikamentöse Behandlung konnte ich mich selbst heilen und habe diese Probleme heute nicht mehr.
Es war traumatisch. Jahrelang wurde ich von Schuld- und Schamgefühlen verfolgt. Das hat schließlich auch meine Ehe zerstört. Meine Ex-Frau konnte nicht mit meiner Vergangenheit umgehen. Ich habe zwei Kinder, 14 und 17 alt. Sie leben jetzt bei mir, sie wissen nichts davon.

Meine Mutter hat ihre Flitterwochen im Badezimmer verbracht, weil sie Angst hatte, mit meinem Vater zusammen zu sein. Meine Tochter nimmt seit kurzem ‚Prozac’, sie hatte Suizidgedanken, eine schwere Zwangsstörung, und ist bei einem Kindertherapeuten. Es ist meine Veranlagung, der ich mich jetzt stellen muss. Ich will keine Medikamente mehr nehmen.“

Sagen Sie noch etwas mehr über Ihre Gefühle nach dem Missbrauch durch Ihren Bruder!
Ich versuche mich zu erinnern, wie ich mich gefühlt habe ... es gab noch ein paar andere Dinge in der Schule, die meine Körperwahrnehmung, dass ich kein richtiger Mann sei, verstärkten. Ich wuchs in einer italienischen Gemeinde auf, in der die 14-, 15jährigen Jungen schon Vollbärte und große, männliche Körper hatten. Ich war nur dieser dünne, kleine Kerl aus Long Island.
Ich fühlte mich nicht als richtiger Mann, ich fühlte mich nicht besonders maskulin.
Im Schulbus hat mir mal jemand in die Hoden gekniffen. Ich kam mir vor wie ein Mädchen, wie etwas, das man mal eben benutzen und missbrauchen kann. Es war so demoralisierend. Als ob ich nur einen kleinen Penis hätte, als ob ich ein kleiner Junge sei.
Später, mit etwa 18 Jahren, war ich in einer Bar. Ein großer Kerl, ein Lastwagenfahrer, verfolgte mich; er versuchte nicht, mich anzubaggern, er machte Stalking. Er folgte mir nach draußen, und ich sprang ins Auto und fuhr weg, es war sehr beängstigend. Fast wie ein Sexualverbrecher.
Einmal, nach der High School, machte ich mich dreist an ein Mädchen heran, und sagte: „Ich möchte mit dir schlafen!“ Sie antwortete: „Wahrscheinlich kannst nicht mal deinen Schwanz finden, so klein, wie der ist.“
Nach solchen Erlebnissen hatte ich das Gefühl: „Du taugst wirklich nichts. Du bist wahrscheinlich gar kein Mann, du bist nicht stark, man kann dich benutzen. Die Dinge passieren dir einfach, du hast keine Kontrolle darüber.“
„Ich wählte den Gecko als Tier-Totem für mich aus. (Der Gecko ist eigentlich ein Verwandlungs-Totem; er hat mit Metamorphose und Verwandlung zu tun, weil Geckos dazu neigen, ihre Umwelt nachzuahmen; sie verlieren auch leicht ihren Schwanz.)
Ich habe einen Prozess durchgemacht, wo ich kein Gecko mehr war und bin der Große Elch- Bulle geworden. Der Große Elchbulle bedeutete für mich die Verankerung von Stärke, so dass ich in meiner eigenen Kraft stehen konnte, nachdem ich jetzt über 40 Jahre alt bin. So änderte ich meinen Namen. Ich bin jetzt Elch-Herz. Elch-Herz zu sein bedeutet für mich nicht nur Macht, ich denke, es geht um einen wichtigeren Teil von mir, und das ist mein Herz. Etwas, was ich glaube, geben zu können - das füllt mich spirituell und emotional aus. Ich habe einige Veränderungen durchgemacht. Gelegentlich werde ich den Großen Elchbullen wieder hervor holen, weil ich diese Kraft brauche.
Diese Gefühle gehen auf die Zeit zurück, als ich mich klein, unbedeutend und gezeichnet fühlte. Es war eine Zeit, in der ich meine Umwelt bzw. das, was mit mir geschah, nicht im Griff hatte. Wenn ich mein jetziges Leben betrachte, erstaunt es mich, dass jetzt alles so anders ist, ich habe die Kontrolle. In meinem heutigen Leben habe ich so viel Glück, so viele Vorteile.

Überhaupt keine Kontrolle über sein Leben zu haben und sich ganz klein zu fühlen - beschreiben Sie dieses Gefühl!
Das macht mir Angst. Ich habe Angst vor der Dunkelheit. Ich spreche jetzt über eine peinliche Geschichte -  es verfolgt mich regelrecht. Ich habe es nicht oft, aber ab und zu schleicht es sich ein, wenn ich rauf in mein Schlafzimmer gehe und die Lichter ausgehen ... es ist mir unangenehm, nachts allein zu sein, weil ich glaube, dass etwas hinter mir her ist. Es ist völlig irrational, aber es ist eine alte Angst aus meiner Kindheit, ein Gefühl, dass ich nirgends sicher bin, dass mich ‚etwas’ fangen will.
Als kleines Kind hatte ich wiederholt Alpträume, dass man mich vergessen hätte. Ich war in einem alten verlassenen Gebäude, und meine Familie hatte mich vergessen, und da war ein Labyrinth, und ich konnte nicht hinaus. Ich schaute aus dem Fenster und sah, wie sie mit einem Boot oder einem Kombi wegfuhren. Ich drehte mich um, und da war eine riesige Hexe, eine schreckliche Person, die nun meine Mutter sein sollte. Dann weckte ich mich selbst auf.
Wenn ich darüber rede, merke ich, dass dieses Gefühl von finanzieller Unsicherheit nur eine Metapher dafür ist, dass ich mich als Kind nicht sicher fühlen konnte, darum geht es. Sogar mit Frauen fühle ich mich nicht sicher. Ich hatte das Glück, nach meiner Ehe eine Beziehung mit einer Frau zu haben, die mir bestätigte, dass ich in Ordnung war, dass ich Frauen anmachen konnte, dass alles anders sein könnte. Das war genau das, was ich brauchte.

Nicht sicher?
Ich war in Gefahr, man hatte mich vergessen.

In was für einer Gefahr?
Dass jemand, der mehr Macht hat, mich mitnehmen könnte... Es gibt eine Karikatur, ein Bild von einem süßen kleinen Mädchen mit einem niedlichen Kleid und einer Schleife im Haar; sie sitzt an einem Tisch mit wirklich grässlichen Eltern. Die Bildunterschrift lautet: (Eltern) „Es stimmt, du hast einst einem schönen König und seiner Königin gehört, aber wir haben dich gestohlen, und jetzt sind wir deine Eltern und du kannst nichts dagegen machen!“
Mein Vater war Alkoholiker, und das war sehr traurig, weil er völlig die Kontrolle über sich verloren hatte.

Wie?
Er war liederlich und sabberte und machte sich zum Narren. Er missbrauchte mich nicht, er war überhaupt nicht gewalttätig, er war mehr ein Luftikus; sein Gesicht war mit Essen verschmiert, er redete undeutlich und schlief oft ein.
Als ich 17 oder 18 Jahre alt war, passierte etwas, das besonders erschreckend war. Wir hatten ein großes Haus und es war irgendwie unheimlich, weil es in den 1880er Jahren einem Kapitän gehört hatte, und darum hatten wir immer Angst davor gehabt, die Treppe hinunter zu gehen, wo all die vielen Zimmer waren.
Ich war mit meinem Vater zusammen, nur wir beide, und natürlich war er betrunken. Wir waren eine große Familie, aber keins meiner Geschwister war da. Es war am Abend, vermutlich etwa 7 Uhr, er war betrunken und völlig weggetreten, da hörte ich oben ganz deutlich Schritte, und ich bekam große Angst; es war so unheimlich, und mir wurde klar, dass ich mich nicht darauf verlassen konnte, dass er mich beschützen würde. Ich schnappte mir meine Schlüssel und ging. Ich stieg ins Auto und fuhr 4 Stunden lang durch die Nacht. Ich kurbelte die Fenster herunter, um wach zu bleiben, und fuhr zu meiner Mutter in unser Ferienhaus. Es war so schrecklich.
Was würden Sie sagen, wenn Sie jemand fragen würde: „Wie waren Sie als Kind ?“
Ich war ein sehr gefügiges Kind. Ich machte keinen Ärger. Ich hatte die besten Noten. Ich galt als angepasst und unproblematisch.
Meine Mutter befriedigte ihre emotionalen Bedürfnisse mithilfe ihrer Kinder, und vor allem mit mir. Sie machte sich an mich heran und streichelte mein Bein, nein, nicht mein Bein ... Ich weiß nicht, warum ich das gesagt habe. Sie vertraute ihren Kindern an, wie einsam sie war, all die Probleme, die sie hatte. Schon vor etwa zehn Jahren habe ich mit ihr reinen Tisch gemacht, was dieses Thema angeht. Es wurde zu einem Problem in unserer Ehe. Es gab einige Probleme zwischen meiner Ex-Frau und mir, weil ihr die enge Beziehung zwischen mir und  meiner Mutter immer bedrohlicher erschien und es keine klaren Grenzen gab.

Wie konnte das passieren? Wie konnte ihre Anhänglichkeit eine Bedrohung für Ihre Frau darstellen?
Meine Mutter kam öfter, um mich zu besuchen. Sie war sehr anhänglich, sie kam und setzte sich neben mich und legte ihre Hand auf mein Bein, sie drängte sich an mich. Meine Mutter wollte nicht akzeptieren, dass sie nicht meine Hand halten konnte, wenn wir mit meiner Frau auf der Straße gingen, oder ihren Arm um mich legen oder sich ganz nah zu mir setzen durfte. Es war ein schrecklicher Moment, als meine Ex-Frau sagte: „ Hör auf, meinen Mann zu behandeln, als wäre er dein Liebhaber!“ Ich musste mich von meiner Mutter mehr distanzieren, sie wurde zu einem emotionalen Ballast für mich. Ich fühle mich dadurch nicht angemacht (HG- Handgesten: Hände zusammen, Finger ineinander verschlungen). Aber so war es. Ich stand ihr sehr nahe. Wenn ich Alpträume hatte, kam ich zu meinen Eltern ins Bett und schlief zwischen ihnen. Meine Mutter war sehr verständnisvoll. Das machte ich auch noch, als ich etwa 14 war.

Sie sind von Ihrem Bruder missbraucht worden und begannen, andere kleine Kinder zu verführen - erzählen Sie mehr über Ihre Gefühle im Zusammenhang mit diesen Erfahrungen!
Ich fühlte mich mächtig und glaubte, die Kontrolle zu haben. Mich reizten ihre Neugier und meine Fähigkeit, es verführerisch und bequem für sie zu machen, damit ich meine Bedürfnisse befriedigen konnte.
Mit dem Masturbieren hatte ich Probleme, weil meine Ejakulationen sehr schmerzhaft waren. Ich hatte nächtliche Ejakulationen, die sehr heftig und schmerzhaft waren, daher war ich ziemlich frustriert und wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Ich sah keinen Ausweg, fühlte mich unbehaglich mit Mädchen und konnte nicht masturbieren.
Ich erinnere mich an eine frühe Erfahrung mit meinem Bruder. Ein Junge war auf der Couch und ich zog meine Hose runter. Ich spürte diese große Freude, dieses riesige Glücksgefühl. Ich spreizte die Beine über ihm und sagte: „Schau nur in den Fernseher!“ Und ich ließ meinen Penis hinunter in seine Hände baumeln, und als er begann, daran herum zu spielen, das war wirklich aufregend. Endlich fand ich ein wenig Befreiung von der Trauer und dem Schmerz, mich allein zu fühlen. Manchmal habe ich dieses Gefühl, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Ich wurde geradezu von Euphorie überschwemmt, weil ich beachtet wurde und sich jemand um mich kümmerte. Ich hatte das Gefühl, dass ich sicher war, dass ich Freude empfangen konnte, die sicher zu sein schien. Es gefiel mir, dass ich die Kontrolle hatte. Es machte mir Spaß, dass es geheim war, dass es meine Sache war.
Es war sehr schmerzlich für mich, zu versuchen, dieses ganze Zeug aufzuarbeiten - einerseits habe ich Dinge getan, die andere Menschen verletzt haben, und andererseits habe ich mich gut dabei gefühlt.

Erzählen Sie mir etwas über Ihre Karriere, Ihre Interessen!
Ich bin selbständiger Marketing-Berater. Ich mache das schon seit etwa 8 Jahren. Ich arbeite allein. Ich habe viele verschiedene Arbeitsbereiche. Ich schreibe Artikel, mache Werbung, erfinde Namen. Ich entwickle und gestalte Werbung und arbeite mit einem Grafik-Designer zusammen. Ich gestalte Webseiten, entwickle Werbestrategien und sage den Leuten, welche Marktziele sie anstreben sollen, welche Personengruppen sie ansprechen können, was sie sagen sollen, wie sie sich von der Konkurrenz unterscheiden, wie sie vorgehen müssen, um immer die richtigen Leute zu erreichen. Ich organisiere alles für ein Unternehmen, von der Einstellung der geeigneten Mitarbeiter über den Kundendienst, den Vertrieb und die Dienstleistungen. Ich arbeite nicht nacheinander, sondern gleichzeitig für alle (HG: wie vorher: Hände zusammen, Finger gespreizt und ineinander verschlungen, dann eine Hand oben, eine unten).

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?
Ich zeichne.

Erzählen Sie mir etwas darüber!
Einmal oder zweimal in der Woche ... ich zeichne sehr große Porträts, z.B. einen Kopf, mit Kohle. Manchmal zeichne ich Akt.

Sagen Sie etwas über ihre Gefühle beim Zeichnen!
Ich lege einen Schalter um und bin auf einer anderen Ebene. Es macht mir Spaß zu schauen, meine Sehfähigkeit anzuwenden. Es ist, als ob man an einem Musik-Kurs teilnimmt und sich ganz auf das Hören von Musik konzentriert, oder sich bei einer Weinprobe vollkommen auf das Geschmackserlebnis einlässt, sich wirklich ganz auf den Geschmack konzentriert. Oder bei einer Massage, wo man sich ganz dem Gefühl hingibt. Ich mag es, dass ich mich ganz auf das Sehen konzentrieren kann, und dass ich meine Aufmerksamkeit auf verschiedene Arten des Sehens richten kann. Ich schaue die Dinge gern von verschiedenen Seiten an, und das ist es auch, was meine Arbeit ausmacht. Ich verwende gern verschiedene Verhaltensmuster und unterschiedliche strategische Methoden, ich mische sie untereinander und lebe auf diese Weise meine Kreativität aus.
Das Zeichnen ermöglicht es mir, das zu tun. Ich koche, und das ist eine greifbare Möglichkeit die Dinge zu erfahren. Ich spiele Racquetball, weil dies eine körperliche und eine soziale Komponente hat. Ich möchte mehr Kontakt, mehr Kommunikation mit anderen Menschen haben. Das heißt für mich Leben – das Leben spielt sich in diesem sozialen Kontext ab (HG - wieder spreizt er die Finger und verschränkt sie ineinander). Aber ich möchte etwas von hier mitnehmen und sehen, wie es in mein Leben hinein passt. Ich mag Leute, die gut darin sind, dieses ganze Zeug zu entmystifizieren und die Verbindungen zu finden. Ich hatte keine Ahnung, dass das hier passt... Zum Beispiel - als sie das eine getan haben - haben Sie da gewusst, dass Sie jetzt das andere tun würden? - (HG – die gleichen) - aber da steckt wahrscheinlich mehr dahinter. Diese moderne Art, seine früheren Erfahrungen hervor zu holen, ist wirklich faszinierend für mich. Das sind die Kreuzungspunkte, wo die Dinge zusammen laufen (HG – mit gespreizten Fingern hin und her)
Vor einem Jahr hatte ich andere Beziehungen zu meinen Kunden. Ich hatte kontinuierliche Beziehungen, ich war gut befreundet mit meinen Kunden. Wir hatten soziale Kontakte. Wenn wir zusammen kamen, hieß es: „Wir müssen essen gehen, wir müssen Golf spielen.“ Es waren Arbeitskontakte, aber ... ich vermisse das wirklich. Ein großes Thema in meinem Leben ist, dass ich keine solchen Beziehungen habe.
Vor einem oder zwei Jahren war meine Arbeit noch überschaubar, ich war nicht so hektisch. Ich hatte Beziehungen, wo ich die Leute anrufen konnte, und sie freuten sich darüber. Es war wie eine Familie. Ich erwähne die Familie, weil ich meine Familie verloren habe. Meine Familie ist auseinander gebrochen. Darum blieb ich so lange im Nest, und als das Nest nieder gerissen wurde, fragte ich mich: „Was soll ich jetzt machen?“
Meine Ex-Frau fühlte sich belogen. Sie wusste vieles über mich nicht, als sie sich auf mich einließ und Kinder mit mir hatte. Es war ein strittiges Thema. Was ich an ihr mochte, waren ihre ethischen Grundsätze. Sie wusste, was falsch und was richtig war, sie tat immer das Richtige. Das gefiel mir. Meine Grenzen waren flexibel, Wischiwaschi: „Na ja, ich weiß nicht!“ Was es schwierig machte war, dass sie nicht nur kritisch, sondern auch verletzend war. Sie kämpfte nicht fair. Sie wurde richtig gemein und erniedrigte mich, und dadurch fühlte ich mich so falsch und schlecht, als ob etwas nicht richtig mit mir wäre. Es brachte dieses alte Gefühl, nicht zu genügen, wieder an die Oberfläche.
Ich fühlte mich wie auf Eis gelegt. Ich war wütend auf sie; dann gab ich nach, weil ich es war, der alles vermasselt hatte, doch ich grollte ihr. Wir gerieten immer wieder in diesen Teufelskreis hinein. Ich sagte: „Du weißt doch, das etwas bei mir nicht richtig ist.“ Aber sie drehte alles herum, sie war eine bessere Kämpferin und gab mir das Gefühl, dass ich sagen müsste: „Ja, du hast recht.“ Bevor ich ihr von meiner Vergangenheit erzählte, las ich ein Buch über ein Mädchen, das von seinem Vater sexuell missbraucht worden war, und es machte mich an. Wir lebten dann diese Phantasie aus. Nun, man kann sagen, es gehören immer zwei dazu. Das war niederschmetternd für sie. In der Therapie sagte sie: „Ich kann nicht glauben, dass du mir das angetan hast.“ Das war dumm gelaufen, aber ich hatte es getan. Sie war mit etwa 15 Jahren vergewaltigt worden, aber sie steckte das in eine verschlossene Schachtel, das war Vergangenheit. Sie konnte die Punkte nicht miteinander verbinden. Meine Theorie ist: wenn sie sich das eingesteht, dann hat jemand die Kontrolle über sie. Es ist ein Kontroll-Problem. Wir hatten ein sehr gestörtes Sexualleben, wo es nur ums Körperliche ging und keine Erfüllung da war. Es war keine Liebe!

 

Verordnung:
Der Patient bekam Syphilinum, was ihm nicht half.

 

Erstes Follow-Up

16. Oktober 2008:
Im Moment geht es mir gut. An manchen Tagen habe ich Anfälle von Traurigkeit, die etwa eine  Stunde anhalten, manchmal habe ich Angst oder bin körperlich angespannt. Oft mache ich mir Geldsorgen, ich bin davon besessen. Mit diesen drei Dingen habe ich zu tun. Ich wache auf und kann nicht aufhören, darüber nachzudenken. Manchmal fühle ich mich gut, fast manisch, wirklich spitze. Es gibt keinen Mittelweg.

Erzählen Sie mir von Ihrer Angst!
Ich mache mir Sorgen um meine Finanzen, all die Kosten die ich habe, all die Rechnungen, die ich bezahlen muss. Ich werde das womöglich nicht können - ich habe mir meine Arbeit aufgebaut und jetzt liegt sie auf Eis. Nun fürchte ich, dass ich vielleicht nicht genug Arbeit habe. Das ist meine große Angst.
Als mein Vater starb, mussten wir sammeln, um eine Grabstätte kaufen zu können. Es war erbärmlich, und ich fühlte mich den äußeren Einflüssen ausgeliefert. Diese Erwartungen habe ich abgeworfen. Ich war wie ein Gecko: Er passt sich an, aber er verliert seinen Schwanz. Es ist eine Art von Metamorphose. Ich wollte keine Konflikte; es schien, als gäbe es keinen Platz für mich. Wenn ich einen festen Stand hätte, müssten die anderen weichen. Wenn ich den Namen des Dankbaren Elchs annahm, würde das festen Boden unter den Füßen bedeuten. Ich wollte stark sein, sicher, ohne Selbstzweifel. Beim Gecko gibt es keinen festen Boden unter den Füßen. Es ist wie Flugsand. Ich fürchte, dass etwas von Außen kommen und mein Büro zerstören und alles unterlaufen wird. Es ist eine einsame, entfremdete Arbeit. Kann ich einen Job finden, wo ich Teil einer Gemeinschaft oder einer Organisation bin? Kontakte, das Gefühl dabei zu sein, sind mir sehr wichtig. Im Moment bin ich einsam und mache nur meinen eigenen Kram.

Beschreiben Sie einen Gecko!

Es ist eine Eidechse, die zur Chamäleon-Familie gehört. Er wechselt die Farbe, gleicht sich optisch seiner Umgebung an. Ich verstehe Situationen und kann mich ihnen anpassen. Der Gecko ist dafür bekannt, dass er seinen Schwanz verliert. Er ist sehr schnell. Seinen Schwanz zu verlieren kann die Bedeutung einer Transformation haben. Ich ließ vom Gecko ab, weil ich mehr Kraft in mir selbst brauchte. Ich beuge mich der Situation. Ich möchte der Welt die Stirn bieten können. Ich will jemand sein, der sich keine Sorgen ums Geld macht und der nicht ständig seine Groschen zählt.
 

Analyse:
Die Hauptbeschwerden des Patienten sind Angst, Furcht, zwanghafte Geldsorgen, und Angst vor Frauen und vor Konflikten. Er berichtet von sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch seinen Bruder, und darauf folgendes eigenes Missbrauchsverhalten. Die Dynamik umfasst ganz klar die Themen Macht, Kontrolle und Opfer-Aggressor. Als er missbraucht wurde, fühlte er sich „klein, unbedeutend, als sei ich nicht wirklich stark; ich bekam keine Unterstützung.“
Er zweifelte an seiner Männlichkeit: „Ich fühlte mich nicht als richtiger Mann, nicht besonders maskulin. Im Schulbus hat mir mal jemand in die Hoden gekniffen. Ich kam mir vor wie ein Mädchen, wie etwas, das man mal eben benutzen und missbrauchen kann. Es war so demoralisierend. Als ob ich nur einen kleinen Penis hätte, als ob ich ein kleiner Junge sei.“
Er traf auf Sexualtäter und wurde selbst zu einem. Er suchte Kontrolle und Macht durch Verführung, Manipulation und Geheimhaltung (Täuschung) zu erreichen. Er vergleicht sich mit anderen: „Die anderen machen alles besser als ich.“
Zusammen mit den charakteristischen Themen des Tierreichs wie Opfer / Aggressor, Dominanz / Unterwerfung und Sexualität sind das Verlangen nach Unterstützung und Einbeziehung in die Familie starke Themen. Diese kommen immer wieder auf und werden am besten durch seinen wiederholten Alptraum ausgedrückt: „Ich war vergessen worden. Ich war in einem alten verlassenen Gebäude, und meine Familie hatte mich vergessen, und da war ein Labyrinth, und ich konnte nicht hinaus. Ich schaute aus dem Fenster und sah, wie sie mit einem Boot oder einem Kombi wegfuhren. Ich drehte mich um, und da war eine riesige Hexe, eine schreckliche Person, die nun meine Mutter sein sollte.“
Das Bedürfnis nach Unterstützung durch die Familie und Führung sind wichtige Themen der Eidechsenmittel. Geld und Materialismus sind ebenfalls wichtige Themen dieser Familie. Der Patient identifiziert sich mit dem Gecko wegen seiner Tendenz, sich nicht behaupten zu können, sich anzupassen, anstatt sich auf eine Konfrontation einzulassen (den Schwanz verlieren). Er macht wiederholt Gesten mit beiden Händen und verschränkt die Finger ineinander. Er weiß nichts von diesen Gesten, aber sie erinnern mich an die klettenartigen, unsichtbaren Haare an den Fußsohlen des Geckos, mit deren Hilfe er an Decken laufen und an fast jeder Oberfläche haften kann.
Sein Hobby ‚Zeichnen’ und seine Aussagen über die Freude, mit der er seine Augen benutzt, sind interessant, da der Gecko auch für seine erstaunliche Sehschärfe bekannt ist; er ist eines der wenigen Tiere, die in der Nacht Farben wahrnehmen können. Sein multifokales optisches System ist etwa 350mal lichtempfindlicher als die Netzhaut des menschlichen Auges.

Der Patient hat außerdem den Namen des Großen Elchbullen angenommen und später den Namen Elchherz. Doch diese Namen beziehen sich auf die Stärke und Großherzigkeit, die er anstrebt, nicht auf die Eigenschaften oder Empfindungen, mit denen er innerlich zu kämpfen hat. Außer dem Bedürfnis nach Aufnahme in eine Gemeinschaft oder in die Familie stehen keine weiteren Säugetierthemen im Vordergrund.
 

Verordnung: Gecko LM5

 

Follow-ups:

4. November 2008:
Es geht mir viel besser. Das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und das zwanghafte Nachdenken  über Geld sind verschwunden. Ich leide noch immer unter einer gewissen Angst, aber ich kann mich selbst wieder beruhigen. Ich bin zu einer Tanzveranstaltung gegangen und fühlte, wie mich eine Menge Energie durchströmte. Ich weiß, dass es mir besser geht, dass ich  optimistischer geworden bin. Ich spüre, dass ich durch eine Transformation gehe. Ich kann mich selbst behaupten. Ich habe Klarheit und Ruhe in den Gesprächen mit meiner Ex-Frau. Ich kann mit meinen Kindern sprechen, ohne sie zu belasten. Ich habe einige Frauen kennen gelernt. Ich bin noch etwas ängstlich, aber ich habe mehr Klarheit, mehr Konzentration und  mehr Stabilität. Ich fühle mich geerdet im Hinblick auf die Entscheidungen, die meine Arbeit betreffen.“

25. November 2008:
Vor zwei Wochen ging es mir wirklich gut. Noch nie ist es mir so gut gegangen. Diese konzentrierte, ausgewogene Energie! Ich konnte wirklich positiv und aktiv sein, meine Arbeit optimistisch anpacken. Jetzt gibt es gewisse Rückschritte. Aber es geht mir besser, als es mir lange Zeit gegangen ist. Da ist eine gewisse Angst, ein Bedürfnis nach Zugehörigkeit, die Angst, anders zu sein.“

Verordnung: Gecko LM5

20. Januar 2009:
Es geht mir gut. Ich nehme das Mittel nicht mehr ein. Ich habe mehr das Gefühl, ich selbst zu sein. Ich habe allen Grund, mir Geldsorgen zu machen, aber es zieht mich nicht mehr so runter. Ich denke nicht die ganze Zeit darüber nach. Ich schlafe gut. Emotional und psychisch geht es mir sehr gut. Meine Energie sinkt nicht mehr so leicht ab. Ich habe weniger Ängste. Ich kann mehr geben, bin dankbarer. Ich fühle mich gesegnet. Für vieles in meinem Leben muss ich dankbar sein. Ich empfinde kein Selbstmitleid mehr. Wenn es mit einer Frau nicht klappt, weiß ich, dass es noch genügend andere gibt.
Meine Ex-Frau heiratet. Das ist schwer für mich. Meine Familie ist zerstört. Tot. Aber ich spüre, dass ich dem näher gekommen bin, was ich sein möchte. Ich engagiere mich ehrenamtlich, lese mit Kindergartenkindern und Erstklässlern. - Dann fühle ich mich größer. Als ich aus einem Gefühl des Mangels heraus gehandelt habe, fühlte ich mich kleiner.“
Seit seinem letzten Follow-up hat der Patient öfters per E-Mail und telefonisch mit mir  kommuniziert. Er berichtet, dass bei einem „Rückfall“ oder bei erneutem Auftreten der Symptome die Wiederholung von ein oder zwei Gaben Gecko LM 5 die Symptome stets vollständig beseitigt hat.


Fotos: Wikimedia Commons
Gekko vittatus; Creative Commons-Lizenz 2.0 US-amerikanisch(nicht portiert); Brian Gratwicke
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lined_Gecko_%28also_called_Skunk_Gecko%29_Gekko_vittatus.jpg?uselang=de-formal
Kategorie: Fälle
Schlüsselwörter: Angst, Angst vor Frauen, Angst vor Auseinandersetzungen, Zwangsvorstellungen im Bezug auf Geld, sexueller Missbrauch in der Kindheit, Opfer / Täter, Macht, Kontrolle
Mittel: Gecko




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