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Conium maculatum:
Ein Fall von schwerer chronischer Lichtscheu bei einem sechsjährigen Mädchen

von Didier Grandgeorge
 

“Gnädige Frau, wir müssen Ihr Kind als blind betrachten, es ist Zeit, sie in einer Sonderschule anzumelden.“ Wir haben Februar 2002 und A’s Mutter hört Dr. C. zu, einem Augenarzt, der die gesundheitliche Lage ihres Kindes diagnostiziert.
A. ist 1996 geboren. Es war eine schwierige Geburt – Notfall-Kaiserschnitt nach Abgang des Fruchtwassers im Verlauf einer fieberhaften Erkrankung der Mutter und ein Apgar von 6/10/10.
A. hat 50% Gehörverlust, weswegen sie bereits im Alter von fünfzehn Monaten ein Hörgerät erhält. Seit dem Alter von achtzehn Monaten tritt eine Lichtscheu auf, die sie zwingt, ständig eine dunkle Brille zu tragen. Nach einigen Jahren wird die Lichtempfindlichkeit so schlimm, dass ein Leben bei Tageslicht unmöglich wird.

Im Alter von sechs Jahren kommt sie als komplett blockiertes kleines Mädchen in meine Praxis. Ständig bedeckt sie ihre Augen mit beiden Händen. Sie verspürt ein brennendes Gefühl, ihre Augen sind blutunterlaufen, besonders auf der linken Seite, und eitern morgens.

Was die Diagnose betrifft, so sind nach einem kompletten Check-up durch unsere hervorragenden Pariser Kollegen mehrere Hypothesen in Betracht gezogen worden. Die Augenspiegelung zeigte eine Atrophie des retinalen Pigmentepithels, besonders auf der linken Seite. Ein frühes Usher-Syndrom wird erwogen (genetische Krankheit, die auch den Hörverlust erklären würde), aber auch ein psychologisches Trauma wird nicht ausgeschlossen, obwohl es derzeit keine psychotherapeutischen Anhaltspunkte gibt.
Es ist jedoch von keinem dieser Ansätze her eine Besserung zu erwarten und der letzte Ausweg scheint, sie in die Blindenschule von Marseille einzuschulen.

Das psychologische Trauma des Kindes wurde ausgelöst durch folgenden Vorfall: An einem sonnigen Tag, als A. 18 Monate alt war, kam es zu einem heftigen Streit zwischen ihren Eltern. Sie waren zu Fuß auf einem schneebedeckten Feld unterwegs und A. wurde von ihrer Mutter auf dem Arm getragen. Das Kind hatte zuvor auf einen Sessel - im Wohnzimmer der gemeinsamen Ferienwohnung in einem Skigebiet - uriniert, und der Vater machte seiner Frau Vorwürfe, sie vernachlässige die Sauberkeitserziehung des Kindes, während die Mutter einwandte, dass es dafür noch zu früh sei. Der Streit eskalierte und endete damit, dass der Vater heftig auf seine Frau einschlug. Daraufhin trennten sie sich und A. sah ihren Vater nur noch selten. A. war das einzige Kind des Paares und der Vater hat jetzt eine neue Partnerin.

Mit einem so schwierigen Fall konfrontiert, zog ich die Rubrik „Lichtscheu“ im Abschnitt „Augen“ in Kents Repertorium zu Rate: In der Haupt-Rubrik werden 192 Mittel vorgeschlagen, und  keine der vorgeschlagenen Unter-Rubriken erweckte mein näheres Interesse.

Als ich merkte, dass ich auf diesem Wege zu keiner Lösung finden würde, prüfte ich zunächst die Hypothese, ob die Lichtscheu, die angesichts ihrer großen Intensität zur Erblindung führen würde, unter Umständen psychosomatisch bedingt sein könnte: das Kind flieht vor dem Licht. Wie es manchmal so ist, gibt es in Kents Repertorium unter GEIST UND GEMÜT eine Rubrik „Lichtscheu“, die sieben Mittel enthält, von denen nur eins dreiwertig ist: Conium maculatum.
Kinder, die Conium maculatum brauchen, sind diktatorisch und pedantisch - Charakterzüge, die gut zu A. passen.

Folglich verschrieb ich Conium maculatum in ansteigenden Potenzen; C15, C18, C24, und schließlich C30, eine Dosis alle zwei Wochen. Dies erfolgte nach einer Ausleitungsbehandlung mit Potenzen der Impfstoffe, mit denen sie geimpft worden war, und die eine energetische Barriere für die Heilung bilden könnten (besonders die Hepatitis B-Impfung, deren Nebenwirkungen schon mehrfach bei Ophtalmologiekongressen erwähnt wurden).

Follow-up:

A. kommt drei Monate später wieder und ist deutlich gebessert. Wir können endlich ihre schönen Augen sehen, denn sie verbirgt sie jetzt nicht mehr. Ihr Verhalten hat sich gebessert. Erstaunlicherweise ist der Hörverlust auf 30% ohne Hörgerät gesunken, und mit Hörgerät hört sie inzwischen normal!
In der Zwischenzeit war sie wegen Aphten in Behandlung gewesen, die mit Baptisia tinctoria C7, drei Globuli dreimal täglich an zwei Tagen, geheilt wurden; dieses Mittel passt zu Trennungsangst und stellt eine große Hilfe dar, wenn Familien auseinander gehen.

Wir setzen die Behandlung mit Conium maculatum C200, Einmalgabe fort. Nach einem weiteren Monat 1M (1); wieder einen Monat später, 10M, jeweils eine Einzeldosis.

Zwei Monate später kommt sie wegen hartnäckiger Halsschmerzen. Ihr Vater hat eine neue Partnerin und möchte nicht mehr bei ihr im Zimmer schlafen, wenn sie zu Besuch kommt. Lachesis C15 als Einzelgabe wurde verschrieben; Lachesis ist das Hauptmittel bei Ödipus-Komplex und seiner charakteristischen Eifersucht.
Sechs Monate später haben sich die Augen ein wenig verschlimmert, sind aber nicht so schlimm, dass sie die dunkle Brille wieder brauchen würde. Ich verordne Conium maculatum 5M, eine Dosis und zwei Monate später 10M, eine Dosis.
Es hat sich eine Warze auf der Fußsohle gebildet.
Drei Monate später ist die Warze verschwunden, die Augen sind kein Problem mehr, und ihr Gehör hat sich weiter verbessert, sie braucht ihr Hörgerät in der Schule nicht mehr zu tragen, wo sie für ihr Alter sehr gut vorankommt. Sie wäscht sich nicht gern und wirkt etwas schlampig. Ich verordne eine Dosis Sulphur C9.
Neun Monate später geht es ihr hervorragend: sie hat keine Sehprobleme mehr und sieht gut aus. Sie benutzt kein Hörgerät mehr und sagt, sie brauche es nicht. Doch jetzt hat sie Dellwarzen auf dem Bauch.
Verordnung: Psorinum C30 und zwei Wochen später Conium maculatum C30.
Vier Jahre später ist sie ein gesunder Teenager.

Kommentar:
Dieser Fall zeigt wieder einmal, wie unverzichtbar die homöopathische Therapie ist. Sie hat effiziente Lösungen parat, wenn die Allopathie nicht mehr weiter weiß. Die ständige Ablehnung dieser gewaltlosen und wirtschaftlichen Therapie durch die Schulmedizin erscheint immer irrationaler in einer Zeit, wo elektronische Kommunikationssysteme und Nano-Technologien so große Fortschritte machen.

Conium maculatum (Schierling) ist eine Pflanze, deren Eigenschaften seit der Antike gut bekannt sind, und die eine bedeutsame Rolle bei Sokrates’ Tod gespielt hat. Sie bewirkt eine allmählich aufsteigende Lähmung, so dass der Verurteilte bis zum Ende sprechen kann. Sokrates letzte Worte waren: „Kriton, wir schulden dem Asklepios einen Hahn. Wirst du daran denken, die Schulden zu bezahlen?“ (Asklepios ist der griechische Gott der Medizin).
Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, heißt auf Englisch ‚man-rooster’ („rooster“ bedeutet auf Deutsch „Hahn“). Der Hahn steht für die doppelte Symbolik des Mannes: Frauenheld, Opfer seiner sexuellen Impulse, und Prophet.
Der Hahn zeigt auch den Tagesbeginn, das Morgengrauen, an. Hier hat er seine sexuellen Triebe sublimiert und seine gesamte Energie auf die obere Körperhälfte konzentriert, um sich Zugang zu Wissen und Erkenntnis zu verschaffen. Daher heißt die Botschaft, die uns Sokrates lehrt: „Erkenne dich selbst!“(“Know thyself!”)
 

In unserem Fall schottet sich A. von den Mitteln ab, die den Zugang zum Wissen ermöglichen: erstens durch ihre Taubheit, zweitens durch ihre Blindheit. Diese Tragödie entwickelt sich im Alter von achtzehn Monaten, einer wichtigen Phase in der psychologischen Entwicklung, wenn der Einfluss des Vaters dem Kind das Verlassen der oralen Phase und der symbiotischen Beziehung zur Mutter ermöglichen muss; der Vater ist der Repräsentant der Gesellschaft.
Dank der Grenzen und Verbote durch den Vater kommt das Kind von der oralen in die anale Phase und erwirbt die gesellschaftlichen Regeln. In diesem Fall können wir beobachten, dass der Vater mit der Sauberkeitserziehung des Kindes argumentiert, aber von der Mutter zurückgewiesen wird, die es vorzieht, die orale Phase noch etwas in die Länge zu ziehen, damit das Kind weiter in ihrer grenzenlosen symbiotischen Liebe verbleibt. Folglich reagiert der Vater so heftig und verursacht damit das Scheitern der Ehe und das psychologische Trauma seiner Tochter, die das Blenden des Sonnenlicht auf dem Schnee mit der Gewalttätigkeit ihres Vaters assoziiert: Licht ist gefährlich; daher sucht sie Zuflucht in der Dunkelheit. Abgesehen vom Licht ist es der Zugang zum Wissen, der dadurch beeinträchtigt wird.

Dr. C.’s Vorschlag, das Mädchen in ein Internat zu geben und damit von ihrer Mutter zu trennen, ist der Auslöser, die sie dazu veranlasst, eine homöopathische Behandlung zu suchen.

Conium maculatum ermöglicht in seiner Eigenschaft als homöopathisches Mittel der Menschheit eine Neuentdeckung des Wegs zum Wissen, indem es die Energien aus den niederen in die höheren Chakren (wie sie die Tibeter nennen) bewegt.

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(1) C 1000 Korsakoff
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Literatur

GRANDGEORGE, D., L'esprit du Remède homéopathique, Edicomm Ed., Juan-les-Pins, 2003.
Englische Übersetzung: The spirit of homeopathic medicine, North Atlantic Books, Berkeley, Kalifornien, 1998.
Deutsch: Der Geist der homöopathischen Medizin

KENT, J.T., Repertorium der homöopathischen Materia medica, Sett Dey Ed. Calcutta, 1974.

Platon, Phaidon, 118a

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Kategorie: Fälle
Stichwörter: starke Lichtscheu, Hörverlust, psychisches Trauma
Mittel: Conium maculatum

 

 




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