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Calcarea Muriatica: Haarzell-Leukämie

von Dietmar Payrhuber
 

Ich möchte betonen, dass ich bei meiner therapeutischen Tätigkeit immer die Methode von Rudolph Flury aus Bern im Hinterkopf habe, der nach der Elementen-Theorie und der Typen-Lehre arbeitet. Nun haben wir seit 20 Jahren das Werk von Jan Scholten, der alle Mineralien einschließlich ihrer psychologischen Dimensionen klassifiziert hat.

Ich stelle hier den Fall einer Frau vor, die vor etwa 10 Jahren nach einer Chemotherapie mit Komplikationen zu mir zur Behandlung kam: Sepsis, allergische Reaktionen usw. Bei der Erstberatung war sie in einem sehr schlechten Zustand; sie konnte kaum noch die Treppe zu meiner Praxis hinauf steigen.

 

DP: „Was führt Sie zu mir?“

 


Pt: „Ich hatte mich in Innsbruck einer Chemotherapie unterzogen, nachdem bei mir eine  Haarzell-Leukämie diagnostiziert worden war. Nach der Chemotherapie erholten sich die Leukozyten lange Zeit nicht wieder. Als sie endlich wieder anzusteigen begannen, wurde  ich nach Hause entlassen. Ich war so erschöpft, dass ich kaum 100 Schritte gehen konnte; ich hatte keine Energie mehr.

Die Leukozyten stiegen schließlich auf über 3.000, dann auf 5.000, aber ich hatte überhaupt keine Energie und meine übrigen Blutwerte waren nicht gut. Man sagte mir, die Prognose sei schlecht und ich bräuchte eine zweite Chemotherapie.
 

Alles begann mit einer schweren Grippe. Mein Blut wurde untersucht und ich hatte nur 1.500 Leukozyten. Ende März 2000 wurde ich ins Krankenhaus eingewiesen. Nach der Entlassung ging ich zurück an meinen Arbeitsplatz. Ich hatte also schon vor dieser Diagnose zu niedrige Leukozytenwerte. Ich war immer müde und schwitzte leicht. Ein Jahr lang stand ich unter ärztlicher Beobachtung wegen der niedrigen Leukozytenzahl. Dann wurde ich wegen starker Schmerzen und totalem körperlichen Zusammenbruch als Notfall in die Klinik eingeliefert; ich konnte nicht einmal mehr stehen. Drei Tage schwebte ich zwischen Leben und Tod; es wurde eine Haarzell-Leukämie diagnostiziert. Als ich aus dem Krankenhaus zurück nach Hause kam, war ich müde und ausgebrannt. Wegen der starken Knochenmark-Schmerzen brauchte ich Morphium. Ich hatte kleine Tumoren unter der Haut, leuko-zystische Infiltrationen. Daher brauchte ich auch Morphium-Pflaster auf der Haut.“

 
In der Konsultation gingen wir ihre Lebensgeschichte durch, vor allem ihre Kindheit. Wir erforschten ihren Charakter und widmeten uns ihren psychischen Problemen. Wenn wir offen und ruhig bleiben, kommen die wirklich wichtigen Dinge spontan hoch und dann können wir beim Patienten so manches beobachten. Besonders wichtig ist die Kindheit, denn in dieser Lebensphase haben alle äußeren Dinge einen großen Einfluss auf uns.

Pt: „Ich hatte eine wunderbare Familie; zu meinem Vater hatte ich einen guten Kontakt, aber meine Mutter war sehr schwierig. Ich hatte immer das Gefühl, zwischen meinen Eltern zu stehen. Meine Mutter ertrug es kaum, dass ich so ein gutes Verhältnis zu meinem Vater hatte; so zog ich mich von beiden zurück, um dem Konflikt zu entgehen. Meine Mutter war streng, mein Vater liebevoll, zärtlich und fürsorglich, ihm fühlte ich mich stärker verbunden. Es war mir unerträglich, dass meine Mutter die Art, wie ich meinem Vater verbunden war, nicht akzeptieren konnte. In der Pubertät war mein Rückzug sehr schmerzlich für meinen Vater. Ich erzählte ihm nicht mehr so viel wie früher, und ich war nicht mehr die liebenswerte Tochter, die ich früher gewesen war. In manchen Dingen war ich anderer Meinung als er und so hatten wir eine Menge Konflikte. Ich litt unter diesen Konflikten. Um meine Unabhängigkeit zu beweisen, wählte ich einen Beruf, der meine Eltern nicht gerade glücklich machte: ich unterrichtete Religion. Ich bekam von ihnen keine Anerkennung in meinem Beruf.“
 
DP: „Ist es so wichtig, was andere denken?“
 
Pt: „Es sollte wohl nicht so sein, aber es ist so!“
 
Wir haben viele Hinweise: sie ist ein weicher Mensch, ein bisschen übergewichtig, unsicher, empfindsam für die Gedanken anderer und empfindlich für Kritik. Sie mag weich gekochte Eier und schwitzt im Nacken. Wir können Calcium carbonicum als Hauptmittel zumindest in Betracht ziehen. Ihr Familien Konflikt scheint eher harmlos zu sein, die Mutter ist streng, der Vater liebevoll und sie wollte beide Eltern – das wollen Kinder immer. Es gibt einen Loyalitätkonflikt und sie zieht sich zurück; manche Kinder reagieren aggressiv, andere ziehen sich zurück. Dieser Rückzug, der wahrscheinlich bei der Mutter begann, zieht sich durch ihr ganzes Leben, es ist wirklich eine Last auf ihren Schultern. Sie zog sich von beiden Eltern zurück und übernahm andere Wertvorstellungen, die ihr mehr zusagten. Wir sehen hier eine Menge Calcium Symptome, aber nicht unbedingt Calcium carbonicum.
 

In diesem Fall ist Jan Scholtens Methode besonders wertvoll. Oft erkenne ich schon einen Teil des Mittels, während der Patient noch im Wartezimmer sitzt, der andere Teil muss „ausgegraben“ werden. Wenn wir in die Welt der Mineralien eintauchen, wie zum Beispiel bei den Schüßler-Salzen, sehen wir, dass sie nicht sehr tief wirken, weil sie in niedrigen Potenzen gegeben werden. Mit Jans Methode haben wir Zugang zu über 1000 Mineralstoff-Mitteln und können die auswählen, die am tiefsten wirken.

 

Salzsäule
Wir haben hier eine Calcium Frau, aber welches Calcium braucht sie? Ihr Hauptproblem ist ihre Mutter. Das dritte Stadium hat mit den „Beziehungs-Serien“ zu tun, es beginnt mit Natrium und endet mit Chlor. Das größte Kummermittel, das wir kennen, ist Natriumchlorid; das Symbol ist Lots Weib, das zurückschaute und zur Salzsäule erstarrte. In der Mitte dieser Serie steht Silicea mit dem Thema Familie.
 
In diesem Fall ist es Stadium 17; man klammert sich an alles, was mit „Aufstieg und Fall“ zu tun hat, man kann nicht aufgeben, muss aber doch loslassen, es ist Schluss, das Ende. Das Symbol für eine Beziehung, die eine gewisse Zeit dauert und dann losgelassen werden muss, ist die Mutterschaft. Die Mutter hat eine ganz intensive Beziehung zum Kind. In der oralen Phase muss das Kind immer bei der Mutter sein, die Mutter kann sich nicht weit von ihm entfernen. Dann beginnt das Kind zu laufen und wird immer unabhängiger. Das Symbol für diese Art von Beziehung, die für eine gewisse Zeit notwendig ist, und dann losgelassen werden muss, ist Chlor. Sie braucht also Calcium muriaticum, das ich ihr in der C 30 gab.
 
DP: „Das zweite Problem ist Ihre strenge Mutter und das Thema Trennung. Sie sagen, dass Sie Schwierigkeiten haben, bei Freunden, Familie und Studenten den richtigen Abstand zu finden.“
 

Pt: „Ja, ich bin sehr zuverlässig allen Leuten gegenüber, aber ich zahle einen hohen Preis dafür. Ich kümmere mich zuviel um andere. Wenn meine Studenten familiäre Probleme haben, dann verfolgt mich das bis spät in die Nacht. Ich kann nicht vergessen, was die Studenten mir sagen. Als Kind hatte ich Schuldgefühle, ich fürchtete immer, meine Mutter wegen der engen Beziehung zu meinem Vater zu verletzen. Mein Leben lang hatte ich es schwer, klare Schnitte in Beziehungen zu machen. Ich helfe viel in der Kirche. Ich kann mich nicht abgrenzen oder von etwas distanzieren. Die Leukopenie entwickelte sich eineinhalb Jahre nach dem Scheitern einer wichtigen Beziehung.“

 

DP: „Was hat sich nach der Mittelgabe zuerst gebessert?“

 
Pt: „Emotional ging es mir sofort besser. Am nächsten Tag rief ich Sie an um Ihnen zu sagen, dass meine Panikattacken verschwunden waren. Sie hatten über Nacht aufgehört!”
 

DP: Eigentlich hatte ich das Mittel wegen der Knochenschmerzen gegeben...! Das erste, was sich ändert, ist die Energie im psychologischen Bereich, auf der psychischen Ebene. Plötzlich kommt wieder Energie ins System. Kent sagte, die Kraft kommt zurück, wenn alles wieder im Gleichgewicht ist. Dann werden die Schmerzen besser und die körperliche Kraft steigt. So war es auch hier, sie wurde immer stärker und hatte weniger Schmerzen.

 
DP: „In den letzten drei Wochen brauchten Sie kein Morphium mehr, stimmt das?“
 
Pt: „Ja, mir geht es gut. Gleichzeitig stiegen meine Leukozyten auf 10.000 an.“
 

Wenn im „inneren Zentrum“ alles in Ordnung ist, dann folgt der Körper nach, wir müssen in die Tiefe dringen, um die Information zu berichtigen. Es ist, wie wenn man hinter die Kulissen eines Theaters geht und wichtige Änderungen mit dem Regisseur durchführt, anstatt mit den Schauspielern.

 
Pt: „Dann hatte ich diese Tumore, die sich während der Chemotherapie entwickelt hatten, ihr Durchmesser betrug etwa 2 ½ cm. Keiner wusste, was es war; die Chirurgen wollten operieren; sie dachten, dass die Knoten die Leukozyten anziehen würden. Aber sie wagten es schließlich doch nicht, daran zu gehen und sagten, wenn es weitere Infektionen gäbe, würde ich den Eingriff wohl kaum überleben.“
 
Sehen sie, wie konventionell die Schulmedizin denkt? Sie denkt nicht ganzheitlich, sondern in Teilen: hier ist ein Tumor, da sind die Knochen, hier ist eine Allergie und da sind Infektionen durch abgestorbene Leukozyten. Die Krankheit liegt jedoch viel tiefer, sie liegt in der psychologischen Sphäre. Der einzige Weg, sie zu erreichen, ist mit potenzierten Arzneimitteln; schon die C 12 oder die C 30 befinden sich in einem Bereich jenseits der Atome. In diesem Raum gelten völlig andere Gesetze; Zeit und Raum sind eins. Sie kreist nur um ein einziges Thema, und daher können wir hier alles mit einem einzigen Mittel abdecken, sozusagen das Übel an der Wurzel packen. Darum ist Jans System so wertvoll für uns.
Hahnemann hat beschrieben, dass Patienten bestimmte mentale und emotionale Symptome haben, und dass die Mittel mentale und emotionale Symptome hervorbringen können. Jan konzentriert sich auf die geistig-emotionalen Zustand um das richtige Mittel zu bestimmen.
 

Pt: „Nach der Einnahme des Mittels schrumpften die Tumore vollständig, jetzt sind sie weg. Ich habe nur noch etwas Muskelschmerzen in den Beinen. Die allopathischen Ärzte konnten nichts mehr tun für mich, sie diskutieren nur noch über meinen Fall. Früher hatte ich auch Schmerzen in den Beinen, als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, aber damals waren es Knochenmarks-Schmerzen.“

 

Was sich nun abspielt, ist wie das Zurückspulen eines Videos; die alten Symptome kommen wieder: Calcium Symptome, Müdigkeit in den Beinen, usw. Im Krankenhaus zerbrachen sie sich den Kopf, was sie mit dieser Dame machen sollten, die keine Chemotherapie mehr haben wollte. Ich sagte ihr, dass es angesichts einer so guten Rekonvaleszenz besser für sie sei, von der weiteren Chemotherapie weg zu bleiben. (Man kann hier aber nicht verallgemeinern und diese Situation auf alle Menschen anwenden!) Sie beriet sich mit ihrem Hausarzt, der sie persönlich nach Innsbruck zur Biopsie fuhr und es stellte sich heraus, dass keine Chemotherapie mehr erforderlich war. Der Schmerz war zurückgegangen, es gab keine Haarzellen mehr in ihrem Blut, die Tumore waren verschwunden und die Blutwerte waren in Ordnung.

 
DP: „Sie hatten ein großes Problem, aber jetzt sind Sie auf einem guten Weg!“
 
Pt: „Ja, ich habe eine gute Prognose!”                                                    
 

Ein Jahr später litt sie an Herzproblemen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, und Gelenkschmerzen, die von oben nach unten zogen. Alle diese Symptome passen in das Bild von Kalmia. Kalmia gehört zur Familie der Ericaceae. Wir wissen wenig über diese Mittelbilder, aber sie haben Ähnlichkeiten mit Calcium: sie haben viel Pflichtgefühl, stehen nicht gern in der vordersten Reihe, kümmern sich viel um andere und stellen sich selbst zurück.
Nachdem wir mit einem mineralischen Mittel eine sehr tiefe Krankheitsebene angesprochen haben, kommen wir nun zu einem pflanzlichen Mittel. Es kommt ziemlich  ziemlich oft vor, dass man von der mineralischen Ebene zu einem Pflanzenmittel gelangt.
Ich habe Calcium muriaticum für ihren Blutdruck versucht, aber es gab überhaupt keine Reaktion; es war, als sei diese Schicht vollständig verschwunden. Aurum muriaticum habe ich versuchsweise für den präkordialen Schmerz gegeben, der bis in den Rücken ausstrahlte, aber es kam keine richtige Resonanz. Doch auf Kalmia reagierte sie sehr gut.
 
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Dieser Fall wurde beim  Krebskongress 2009 in Badenweiler, Deutschland vorgestellt
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Fotos von Wikepedia / Wikimedia Commons
Mount Sodom, Israel, die sogenannte „Lot's Wife“- Säule; gemeinfrei; Wilson 44691
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Kategorie: Fälle
Stichwörter: Haarzell-Leukämie, Chemotherapie-Komplikationen, sensibel, unsicher, zurückgezogen, kümmert sich um andere, pflichtbewusst
Mittel: Calcium muriaticum

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